Die warmen Temperaturen im Mai haben dazu geführt, dass die meisten Weizenbestände die Ähre geschoben haben und sich je nach Region schon in der Blüte befinden. Für die kommenden Tage wird weiterhin unbeständiges Wetter erwartet, wodurch das Risiko eines Fusariumbefalls begünstigt wird. Besonders Niederschläge während der Blüte begünstigen die Infektion der Ähren erheblich. In gefährdeten Beständen sollte daher die Witterungsentwicklung genau beobachtet und im Laufe der nächsten 1-2 Wochen die Ährenbehandlung durchgeführt werden.
So entsteht Fusarium
Nachdem Ährenschieben folgt die Blüte. Während der Roggen unter günstigen Bedingungen (warm und trocken) an einem Vormittag abblüht, benötigen alle anderen Getreidearten 4-5 Tage, bis die jüngsten Blüten einer Ähre bestäubt sind. Bei inhomogenen Beständen kann sich im Weizen die Blüte bis auf 14 Tage ausdehnen.
Die Witterungsbedingungen vor, während und nach der Blüte sind entscheidend für das Infektionsrisiko von Fusarium. Feuchtwarme Bedingungen vor der Blüte lassen die Sporenlager auf den Ernteresten heranreifen. Temperaturen zwischen 20°C bis 25°C während der Blüte gekoppelt mit Niederschlägen >2mm führen zum Ausschleudern der Sporen aus den Sporenlagern und anschließend zur Infektion der geöffneten Ährchen. Fusarium kann nur während der Blüte infizieren, weil in diesem Moment die Ährchen geöffnet sind und der Pilz durch diese Öffnungen in Ähre eindringen kann.
Infektionsquellen für die Ährenfusarien sind befallene Erntereste. Windverbreitete Ascosporen befallen die Ähren direkt. Die Infektionsgefahr ist zudem abhängig von der Sorte und der Vorfrucht. Weizen nach Weizen oder Weizen nach Mais ist besonders gefährdet, ebenso pfluglos bestellter Weizen mit unzureichender Stoppelbearbeitung.
Fusariumbetonte Fungizidbehandlungen erreichen Wirkungsgrade von 50-70%, um das Wirkungspotential möglichst gut auszuschöpfen, muss die Maßnahme möglichst nahe an die Infektion gesetzt werden, d.h. in die Blüte des Weizens bei Temp. > 20°C und feuchtwarmer Witterung. Leichte Taunässe bzw. hohe Luftfeuchte verbessern das Eindringen des Wirkstoffs in die Ähre. Deshalb Fusariumbehandlungen in den frühen Morgenstunden durchführen.
Beginn der Blüte: Staubbeutel hellgrün
Hauptblüte: Narbe fedrig
Blüte abgeschlossen: Staubbeutel leer
Praxistipp: Regelmäßige Feldbegehungen helfen dabei, den optimalen Blütezeitpunkt und damit den Behandlungstermin zu finden. Die Staubbeutel zeigen das Stadium der Blüte.
Das Wichtige auf einen Blick: Fünf Schritte gegen Fusarium
1. Hier tritt Fusarium besonders auf
• Feuchte, warme Witterung • Besonders zur Blüte (BBCH 61–65) • Maisvorfrucht erhöht Risiko
2. Darum ist die Ährenbehandlung wichtig
• Ähre = Hauptinfektionsort • Zeitnahe Maßnahmen entscheidend für die Wirksamkeit • Schutz von Ertrag & Vermarktung
3. Optimaler Behandlungszeitpunkt
• Beginn Blüte bis Vollblüte • Kurzes Zeitfenster beachten • Witterung genau beobachten
Für eine wirksame und zugleich preiswerte Ährenbehandlung empfehlen wir eine Kombination aus einem Produkt mit Tebuconazol und einem Produkt mit dem Wirkstoff Prothioconazol
Tebuconazol 250 g/l: Lynx oder Tebucur 250 EW mit 0,75 l/ha Aufwandmenge
Prothioconazol 250 g/l: Bolt oder Praktis 0,5 l/ha Aufwandmenge
✅ Wann ist das Risiko für Fusarium im Weizen besonders hoch?
Das Risiko steigt vor allem bei warmem und feuchtem Wetter rund um die Blüte. Niederschläge während dieser Phase fördern die Sporenbildung und erleichtern die Infektion der geöffneten Ährchen deutlich.
✅ Warum ist der Zeitpunkt der Ährenbehandlung entscheidend?
Die Behandlung wirkt am besten, wenn sie möglichst nah an der Infektion erfolgt. Da Fusarium nur während der Blüte eindringen kann, ist ein Einsatz in diesem kurzen Zeitraum besonders wirksam.
✅ Welche Faktoren erhöhen die Gefahr eines Fusariumbefalls zusätzlich?
Ein erhöhtes Risiko entsteht durch bestimmte Vorfrüchte wie Mais oder Weizen sowie durch Erntereste auf dem Feld. Auch anfällige Sorten und wenig Bodenbearbeitung begünstigen die Ausbreitung des Pilzes.
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