Blattläuse in Zuckerrüben erfolgreich bekämpfen!

In Zuckerrüben können vor allem grüne Pfirsichblattläuse Schäden durch die Übertragung von Viren anrichten. Die Läuse sitzen meist auf der Blattunterseite und sind durch ihre blassgrüne Farbe nicht so einfach zu entdecken. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 10 % befallener Pflanzen

Die schwarze Bohnenlaus/Rübenlaus ist deutlich einfacher zu finden, sie tritt oft auch in Kolonien auf. Die Gefahr der Virusübertragung ist hier aber geringer. 

Da die versteckt sitzenden Blattläuse mit Pyrethroiden kaum bekämpfbar sind, bietet Pirimor G eine sehr gute Bekämpfungsmöglichkeit über die Dampfphase des Wirkstoffes Pirimicarb, insbesondere beim frühen Einsatz ab dem 2-Blatt-Stadium. Ist bereits mehr Blattmasse vorhanden (ab 6-Blatt Stadium) kann das systemische Produkt Teppeki eingesetzt werden. Zudem stehen dieses Jahr mit Carnadine 200 und Mospilan SG zwei weitere, Acetamiprid-haltige Produkte, zur Verfügung, welche Notfallzulassungen gegen Blattläuse als Virusvektoren erhalten haben.

Notfallzulassungen nach Art. 53 PflSchG zur Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren

Produkt / Wirkstoff Anwendungszeitraum (BBCH) Max. zugel. Aufwandmenge in l bzw. kg/ha Anzahl zugel. Anwendungen Zulassungszeitraum

Pirimor G 

500 g/kg Primicarb

12-39 0,3 kg/ha 1 01.04. - 29.07.2024

Carnadine 200

200 g/l Acetamiprid

12-39 0,25 l/ha 2 (Abstand min. 14 Tage) 18.03. - 15.07.2024

Mospilan SG

200 g/kg Acetamiprid

12-39 0,25 kg/ha 1 30.03. - 27.07.2024

Die Acetamiprid-haltigen Produkte Carnadine 200 und Mospilan SG sind mit der Drainauflage NG405 belegt und dürfen zum Schutz des Grundwassers nicht auf Flächen angewendet werden, auf denen in den vorangegangenen zwei Jahren Acetamiprid-haltige Pflanzenschutzmittel angewendet wurden.

Bitte beachten Sie die weiteren Anwendungsbestimmungen der Produkte! Pirimor G, Carnadine 200, Mospilan SG.


Das Wichtigste in Kürze:

✅ Was sind Biostimulanzien?

Ein Pflanzen-Biostimulans ist ein EU-Düngeprodukt, das dazu dient, pflanzliche Ernährungsprozesse unabhängig vom Nährstoffgehalt des Produkts zu stimulieren, wobei ausschließlich auf die Verbesserung eines oder mehrerer der folgenden Merkmale der Pflanze oder der Rhizosphäre der Pflanze abgezielt wird: Nährstoffverwertung, Toleranz gegenüber abiotischem Stress, Qualitätsmerkmale oder Nährstoffverfügbarkeit.

Welche Kombination von Biostimulanzien ist zielführend?

Ein Stickstoffmobilisator zusammen mit einem PK-Mobilisator und Huminstoffe für den Pflanzenstoffwechsel. Sie lassen sich zusammen mit allen gängigen Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden ausbringen. Mit AHL, kupfer- und schwefelhaltigen Produkten sind die Biostimulanzien nicht kombinierbar.


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Stand: 10.04.2024