Effektive Bekämpfung: Aktuelle Herbizidstrategie in Zuckerrüben!

Geschrieben von Anne-Marie Schönfeld

BAT Beratung Pflanzenbau

Stand: 02.04.2026

Seit 2025 liegt bei der Unkrautbekämpfung in den Zuckerrüben die Hauptlast auf vorrangig bodenwirksamen Produkten mit den Wirkstoffen Metamitron und Ethofumesat, was besonders bei trockenen Bodenbedingungen zu einer Herausforderung werden kann. Die Blattwirkung in den klassischen Spritzfolgen kommt großteils aus dem Wirkstoff Phenmedipham, welcher zur Wirkungsabsicherung beiträgt.

Der richtige Spritzstart ist entscheidend

 
Die Erfahrungen des letzten Jahres haben einmal mehr gezeigt, dass sich für bestmögliche Ergebnisse der Spritzstart an der Entwicklung der Unkräuter orientieren muss. Im Keimblattstadium reagieren sie am empfindlichsten, dementsprechend beginnt die Unkrautbekämpfung, wenn die erste Welle der Unkräuter aufläuft. Sollte dieses bereits vor dem Auflaufen der Zuckerrüben der Fall sein, kann eine erste Maßnahme gegen Problemunkräuter, wie bspw. Ausfallraps, bereits mit Metamitron gefahren werden, woran sich dann die klassische Spritzfolge anschließt.

Der Abstand zwischen den ersten beiden NAK’s sollte eine Länge von ca. einer Woche (5-8 Tage) nicht überschreiten. Zur dritten Spritzung kann der Abstand dann ca. 8-12 Tage betragen. Wichtig ist auch hierbei ein flexibles Reagieren auf die Entwicklung der Unkräuter und die vorherrschenden Witterungsbedingungen. Wenn die Zuckerrüben keinem zusätzlichen Stress ausgesetzt sind, sollte die Blattwirkung der Tankmischungen (ab der 2. NAK) durch den Zusatz des Additivs Exzellent-CS7 unterstützt werden.

Abbildung Links: Unkräuter müssen bei Anwendung klein sein!

So erreichen Sie die maximale Wirkung

Der Wirkstoff Lenacil aus dem Produkt Venzar 500 SC steht als Mischpartner zur Verfügung, um die Wirkung der Standardmischungen auf kleinen Ausfallraps, Kamille, Franzosenkraut, Nachtschatten und Knöteriche zu unterstützen. Lenacil wirkt ebenfalls vorrangig über den Boden und darf ab BBCH 10 angewendet werden. Vor allem in kleinen Rüben kann es, besonders bei hoher Bodenfeuchtigkeit, zu Phytotox kommen, daher sind die Aufwandmengen anzupassen. Idealerweise wird Venzar 500 SC in 3 x 0,33 l/ha oder 4 x 0,25 l/ha Teilgaben zu jeder NAK aufgeteilt. Gerade in frühen Entwicklungsstadien ist die niedrigere Aufwandmenge verträglicher.

Um den Herbizidstress für die Zuckerrüben möglichst gering zu halten, sollten folgende Hinweise (für den Einsatz von blattaktiven Wirkstoffen) beachtet werden:

  • Nachauflaufbehandlungen am späten Nachmittag/ frühen Abend durchführen.
  • Nach Regenschauern möglichst einen sonnigen Tag abwarten, bis sich die Wachsschicht der Rüben wieder aufgebaut hat.
  • Nicht bei Hitze oder starken Temperaturschwankungen mit Nachtfrost behandeln. 

Die Wirkung auf schwer bekämpfbare Unkräuter wie (PS II-resistenten) Gänsefuß, Stechapfel, Schönmalve, Hundspetersilie/Wilde Möhre, Bingelkraut, Ambrosia oder auch Klettenlabkraut kann erhöht werden, indem die klassische Spritzfolge mit dem Spezialprodukt Rinpode ergänzt wird. Eine Wirkung auf Amaranth kann, v. a. bei der Anwendung von 2 x 0,04 l/ha, ebenfalls erzielt werden. Rinpode mit dem blattwirksamen Wirkstoff Rinskor active (25 g/l Florpyrauxifen-benzyl, HRAC 4) hat seit diesem Jahr eine reguläre Zulassung und wird zur zusätzlichen Pflanzenvitalisierung im Pack mit Kinsidro Grow+ (Humin- und Fulvosäuren, Mikronährstoffe) vermarktet. Eine Mischung mit Graminiziden wird ausdrücklich nicht empfohlen.

Wer beim Zuckerrübenanbau auf das Conviso-System setzt, sollte auch hier das Conviso One mit weiteren Mischpartnern ergänzen, um die (Boden-)Wirkung abzusichern. Denkbar ist bei einer Mischverunkrautung z. B. die Kombination mit dem Betasana Perfekt Pack

Zur blattaktiven Bekämpfung von Ungräsern und Ausfallgetreide stehen u. a. folgende Produkte zur Verfügung:

FOP’s DIM’s 
Phantom 1,0 l/ha (Gem. Quecke: 2,0 l/ha) VextaDim 240 EC 0,75 l/ha + Vexzone 0,75 l/ha
Batalin 1,0 l/ha (Gem. Quecke: 1,5 l/ha)  Select 240 EC 0,75 l/ha + Radiamix 1,0 l/ha
Trepach 1,25 l/ha (Gem. Quecke: 2,5 l/ha)  
  1. Phantom
    10
    Phantom
    108,75 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    21,75 € / 1 l
  2. Batalin
    22
    Batalin
    220,70 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    22,07 € / 1 l
  3. Trepach
    4
    Trepach
    43,25 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    8,65 € / 1 l
  4. VextaDim 240 EC + VexZone
    27
    VextaDim 240 EC + VexZone
    276,30 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    27,63 € / 1 l
  5. Select 240 EC
    6
    Select 240 EC
    61,29 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    18,18 € / 1 l

Unsere Empfehlung zur Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben

* Metamitron-Produkte: Betamitra 0,5 l/ha oder Glotron 700 SC 0,5 l/ha

Mit der Spritzfolge, die wir in unserer Empfehlung aufgeführt haben, werden ohne den Einsatz von Spezialprodukten folgende Wirkstoffmengen ausgebracht:

Ausgebr. Wirkstoffmenge Wirkstoff Aus dem Produkt
720 g/ha Phenmedipham (aus Betasana SC)
450-750 g/ha Ethofumesat (aus Oblix)
3.048,5 g/ha Metamitron (aus Kezuro und Betamitra bzw. Glotron 700 SC)
248,5 g/ha Quinmerac (aus Kezuro)
  1. Glotron 700 SC
    8
    Glotron 700 SC
    81,65 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    16,33 € / 1 l
  2. Betasana SC
    6
    Betasana SC
    61,90 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    12,38 € / 1 l
  3. Betamitra
    8
    Betamitra
    83,00 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    16,60 € / 1 l
  4. Kezuro
    17
    Kezuro
    170,15 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    34,03 € / 1 l
  5. Venzar 500 SC
    22
    Venzar 500 SC
    224,35 €
    zzgl. 19% MwSt.zzgl. Versandkosten
    44,87 € / 1 l


Das Wichtigste in Kürze

✅ Wann sollte der Spritzstart in Zuckerrüben erfolgen?

Der optimale Startpunkt richtet sich nach dem Entwicklungsstadium der Unkräuter. Am wirksamsten ist die Behandlung im Keimblattstadium, daher beginnt man, sobald die erste Unkrautwelle aufläuft, auch wenn dies noch vor dem Auflaufen der Rüben geschieht.

✅ Wie lässt sich der Herbizidstress für Zuckerrüben reduzieren?

Um Stress zu vermeiden, sollten Nachauflaufbehandlungen am späten Nachmittag erfolgen. Zudem empfiehlt es sich, nach Regen einen sonnigen Tag abzuwarten und weder bei Hitze noch bei starken Temperaturschwankungen zu spritzen.

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