Silierung ist ein biologischer Prozess, bei dem Pflanzenmaterial unter Luftabschluss konserviert wird. Dabei laufen vielfältige Stoffumsetzungen ab – und gewisse Verluste sind unvermeidlich. Fehler im Ernte- und Silomanagement können jedoch dazu führen, dass unerwünschte Mikroorganismen wie Hefen, Schimmelpilze oder aerobe Bakterien wertvolles Futter zerstören. Das Ergebnis: Grundfutter „verflüchtigt“ sich buchstäblich in CO₂.
Diese vermeidbaren Verluste wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs aus. Oft stärker, als vielen bewusst ist.
Wie viele Tonnen Silage liegen in meinem Silo?
In vielen Betrieben besteht große Unsicherheit über die tatsächlichen Grundfutterverluste. Häufig fehlen präzise Mengenerfassungen, sodass Entscheidungen auf Bauchgefühl basieren – meist auf Basis deutlich zu gering eingeschätzter Verluste.
Eine möglichst genaue Erfassung der eingefahrenen Grundfuttermenge ist der erste Schritt zur Kalkulation und Reduzierung von Verlusten.
Wo entstehen Verluste – vom Feld bis zum Futtertisch?
Verluste treten entlang der gesamten Prozesskette auf:
Bröckel- und Atmungsverluste auf dem Feld abhängig von Liegezeit und Restatmung (v. a. Gras und Luzerne)
Verluste durch den Fermentationsprozess abhängig von der Geschwindigkeit des pH‑Abfalls und der Stabilisierung der Silage
Sickersaftverluste
Verluste im Silo durch Fehlgärungen z. B. Buttersäurebildung, Proteinabbau durch Clostridien, alkoholische Gärung durch Hefen
Verluste durch aeroben Verderb nach Siloöffnung: Nacherwärmung, Hefewachstum, Schimmelbildung, Folienbeschädigungen, mangelhafte Beschwerung
Unvermeidbare Verluste:
8-10 % vom Feld bis zum Futtertisch – unabhängig von der Kultur. Zusätzlich ca. 3 % Verluste durch ad‑libitum‑Vorlage.
Praxisrealität:
Treffen mehrere ungünstige Faktoren zusammen, können bis zu 25 % vermeidbare Verluste entstehen. Noch gravierender wird es, wenn bereits erwärmte Silage verfüttert wird und die Tierleistung sinkt.
Abbildung:
Probennahme an der Anschnittfläche zur Bestimmung der Verdichtung und Erfassung der Menge.
Wie lassen sich Verluste vermeiden?
Eine konsequente Prozessoptimierung ist entscheidend:
kurze Feldliegezeit, zügiges Befüllen des Silos
optimale Verdichtung – sie reduziert Silierverluste um bis zu 15 %
Einsatz geeigneter Siliermittel zur Vorbeugung von Fehlgärungen
sorgfältige Abdeckung mit hochwertigen Folien und ausreichender Beschwerung (Querriegel)
ausreichender Vorschub und sauberer Anschnitt Nutzung digitaler Systeme zur Prozesskontrolle (Mengenerfassung am Häcksler, pH‑, Temperatur‑ und TS‑Monitoring am Siloanschnitt)
Denn: Man kann nur verbessern, was man misst.
Verluste richtig einkalkulieren
Verluste müssen in der Grundfutterbedarfsberechnung korrekt berücksichtigt werden.
Ein häufiger Fehler: Der Verlustzuschlag wird auf die zu fütternde Menge gerechnet – statt auf die vorzuhaltende Menge.
Beispielrechnung:
Parameter
Wert
Kühe
100
Tägliche Silageaufnahme
13 kg TM
Zeitraum
356 Tage
Jahresbedarf
474,5 t TM
Verlust + Risikozuschlag
20 %
Falsche Rechnung: 474,5 t + 20 % = 570 t TM
Richtige Rechnung: 474,5 t / (100 - 20 %) = 593 t TM
Differenz: 23 t TM
Nachhaltigkeit – ökonomisch und ökologisch
Nachhaltigkeit beginnt im Silo. Vermeidbare Silierverluste bedeuten:
weniger Futter für die Tiere
höhere Kosten durch Zukauf
unnötigen Verbrauch von Boden, Dünger, Wasser, Diesel und Arbeitszeit einen schlechteren ökologischen Fußabdruck
Jedes Kilogramm verlorenes Futter hat zuvor Ressourcen gebunden.
Eine konsequente Reduktion der Verluste steigert daher sowohl die ökonomische Effizienz als auch die ökologische Nachhaltigkeit.
Fazit
Silierung ist weit mehr als reine Futterkonservierung. Sorgfältig durchgeführt ist sie ein strategisches Element moderner, ressourceneffizienter Landwirtschaft – und ein zentraler Hebel, um Verluste zu minimieren und die Futterbasis eines ganzen Jahres zu sichern.
Mit unseren BAT-Pro-Siliermitteln behalten Sie die Kontrolle über den Gärverlauf und können Verluste wirkungsvoll reduzieren:
In den folgenden Produktbeschreibungen sehen Sie auf einen Blick den Einsatzbereich, die Zusammensetzung, die Dosierung und vieles mehr zu den vier BAT Pro Siliermitteln:
Das Wichtigste in Kürze:
✅ Wie entstehen vermeidbare Silierverluste im Silo?
Vermeidbare Verluste entstehen vor allem durch Fehlgärungen, mangelhafte Verdichtung oder aeroben Verderb nach dem Öffnen. Hefen, Schimmel und Wärmeentwicklung können dabei große Mengen wertvollen Futters zerstören.
✅ Warum ist eine genaue Mengenerfassung beim Silieren wichtig?
Weil viele Betriebe ihre Verluste unterschätzen. Nur wer die eingefahrene Futtermenge möglichst exakt erfasst, kann Verluste realistisch berechnen und gezielt reduzieren.
✅ Wie lassen sich Silierverluste wirksam reduzieren?
Durch kurze Feldliegezeiten, optimale Verdichtung, wirksame Siliermittel sowie eine gründliche Abdeckung. Auch ein ausreichender Vorschub ist entscheidend.
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