Mehltau, Rost und Septoria - Fungizideinsatz im Winterweizen!

Je nach Wetterbericht und Standort sind für die nächsten Tage Niederschläge angesagt. Die Regenmengen sowie die Dauer vom anhaltenden Niederschlag sind zurzeit schwierig abzuschätzen und werden voraussichtlich ebenfalls je nach Region variieren. Je nach Sorte und Aussaattermin spitzt in einigen Beständen das Fahnenblatt (EC 37). Die angekündigten Niederschläge in den nächsten Tagen verbunden mit anhaltender Blattnässedauer von ca. 24-36 Stunden können zu Infektionen mit Septoria tritici führen. Zwar spielte Septoria tritici dieses Frühjahr bisher keine große Rolle, trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in der letzten Regenperiode Anfang April zu einer Infektion gekommen ist. In der Regel wurde bisher keine Fungizidbehandlung mit dem Schwerpunkt gegen Septoria tritici durchgeführt. In einigen anfälligeren Sorten ist Mehltau zu finden. Gelbrost ist in diesem Jahr die am häufigsten gefundene Pilzkrankheit. Der Fungizideinsatz in den kommenden Tagen richtet sich nach der Ausgangssituation und der Sortenanfälligkeit.

Unsere Produktempfehlungen:

Input Classic

Situation:

  • bisher keine Behandlung gegen Mehltau erfolgt
  • Befall von frischem Mehltau
  • Einsatz eines breit wirksamen Fungizides (inkl. Wirkung gegen Septoria tritici, Roste, Halmbruch)

Aufwandmenge:
1,0 l/ha Input Classic

Auflagen:
NW 607: 90%=15m

Kosten:
40,59 €/ha

Elatus Era

Situation:

  • Rost vor >10 Tagen behandelt
  • bei Rost-anfälligere Sorten: Fungizidschutz erneuern inkl. Schutz gegen Septoria tritici, protektiv,
  • das Fahnenblatt voll entwickelt

Aufwandmenge:
Solo:
0,8 -1,0 l/ha Elatus Era

Kombination:
0,6 - 0,75 l/ha Elatus Era + 1,125 l/ha Plexeo

Auflagen:
NW 605: 90%=5m
NW 605: 90%=*

Kosten:
42,74€ - 53,43 €/ha
54,28€ - 62,60 €/ha

Revytrex

Situation:

  • für Septoria-anfällige Sorten
  • Schwerpunkt gegen Septoria
  • zusätzlicher Schutz gegen Rost

Aufwandmenge:
1,0 - 1,5 l/ha Revytrex

Auflagen:
NW 605: 75%=*

Kosten:
35,50 - 53,25 €/ha

Leander

Situation:

  • Wo jetzt vermehrt frischer Mehltau vorhanden ist, sollten Sie diesen bekämpfen.
  • Wenn der Mehltau weiterhin im Bestand bleibt oder es zu einem Spätbefall von Mehltau kommt, empfehlen wir ebenfalls eine Anwendung.

Aufwandmenge:
1,0 - 1,5 l/ha Leander

Auflagen:
NW 605: 75%=*

Kosten:
35,50 - 53,25 €/ha


Wachstumsregler: Die zweite Einkürzung zur Stabilisierung!

Die meisten Bestände wurden bereits einmal eingekürzt. Wenn jetzt EC 37/39 erreicht ist, kann die zweite Einkürzung zur Stabilisierung der obersten Halmabschnitte erfolgen. Wichtig ist nur, dass in jedem Fall sicher mindestens EC 37 erreicht ist und damit die große Periode abgeschlossen ist. In der großen Periode reagiert der Weizen besonders empfindlich auf den Wachstumsregler. Insgesamt präsentieren sich die Bestände bisher halmstabil. Beeinflusst von der hohen Strahlungsintensität in den letzten Wochen. Je nach Lageranfälligkeit, Stickstoffverfügbarkeit und Wasserangebot können die Aufwandmengen angepasst werden. Bei gesicherter Wasserversorgung wäre eine Zulage von 0,25 l/ha Padawan Plus möglich.

Produktempfehlungen zur Wachstumsregleranwendung (BBCH 37/39):

  1. Medax Top + Turbo Medax Top + Turbo
    143,10 €
    zzgl. 19% MwSt.
    14,31 € / 1 l


Aufwandmenge:

0,4 - 0,5 l/ha + 0,4 - 0,5 l/ha

Kosten:
11,45€ - 14,31€/ha

  1. Countdown NT Countdown NT
    161,05 €
    zzgl. 19% MwSt.
    32,21 € / 1 l


Aufwandmenge:

0,15 - 0,25 l/ha

Kosten:
4,83€ - 8,05 €/ha

  1. Prodax Prodax
    113,55 €
    zzgl. 19% MwSt.
    37,85 € / 1 kg


Aufwandmenge:

0,3 - 0,4 kg/ha

Kosten:
11,36€ - 15,14 €/ha


Krankheiten im Winterweizen - Empfehlungen zu T1

Mit Beginn des Schossens sind die Weizenbestände jetzt regelmäßig auf Krankheitsbefall zu bonitieren. Im Sinne des Integrierten Pflanzenschutzes sind rein prophylaktische Fungizidmaßnahmen, orientiert am Wachstumsstadium der Pflanzen, nicht zielführend. Bei der Entscheidung über eine Fungizidmaßnahme achten Sie neben der Witterung vor Ort vor allem auch auf die Krankheitsanfälligkeit der Sorten, die Bestandesentwicklung und den Aussaattermin.

Fungizideinsatz in der Wintergerste

Je nach Region, Sortenanfälligkeit und Bestandesentwicklung sind in der Wintergerste derzeit vereinzelt beginnender Zwergrost und Rhynchosporium-Blattflecken festzustellen. Üblicherweise wird mit der ersten Wachstumsreglerspritzung in der Gerste eine Fungizidmaßnahme kombiniert. Die Aufwandmengen sollten trotz bisher geringen Befalls gerade bei anfälligen Sorten nicht zu stark reduziert werden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

Stand: 13.05.2022
* = länderspezifischer Mindestabstand
Änderungen vorbehalten.

Lesen Sie vor Verwendung des Pflanzenschutzmittels stets das Etikett und die Gebrauchsanweisung.