Situation SommergetreideSituation Sommergetreide

Blattläuse, Getreidehähnchen & Co. - Insektizide die wirken!

Mit wärmeren Temperaturen ab Mitte Mai ist in den Ackerbaukulturen auf Schädlinge zu achten. Die Möglichkeiten der Bekämpfung mit Insektiziden ist begrenzt, da nur noch wenige Wirkstoffgruppen zur Verfügung stehen. In diesem Jahr sind daher auch wieder Ausnahmegenehmigungen erteilt worden, z.B. für Pirimor G in Zuckerrüben oder für Teppeki in Leguminosen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Bekämpfung virusübertragender Blattläuse. Die Ausprägung von Resistenzen gegenüber Pyrethroiden nimmt bei vielen Schaderregern zu. Bevor es zu einer Bekämpfungsentscheidung kommt, ist daher genau zu beobachten um welche Schädlinge es sich handelt und ob die Bekämpfungsschwellen überschritten sind. Bei den Spritzungen werden immer auch Insekten getroffen, die in der Kultur vielleicht gar keinen Schaden machen, z.B. Rapserdflöhe in Getreide. Die Resistenzausprägung nimmt durch diese ungewollten Applikationen eher zu. Das sollte bei den Pflanzenschutzmaßnahmen berücksichtigt werden.

Getreidehähnchen

In den Beständen findet man erste Spuren von Fensterfraß, verursacht durch Getreidehähnchen. Die schillernden, erwachsenen Käfer (Foto links) legen ihre kleinen, orangenen Eier auf die Getreideblätter. Aus den Eiern schlüpfen die ebenfalls orangefarbenen Larven, die den Fensterfraß an den Blättern verursachen. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, bedecken sich die Larven nach und nach mit ihrem Kot und bekommen so die typische schwarz-braune Färbung. Bekämpfungswürdig sind die Getreidehähnchen erst, wenn sie auf den oberen Blättern Schaden anrichten, da dadurch Assimilationsfläche verloren geht. Betroffen sind vor allem Gerste und Weizen, aber auch Sommergetreide. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 0,5 – 1,0 Larve je Fahnenblatt, bzw. 10% Blattflächenverlust.

Unsere Insektizidempfehlungen gegen Getreidehähnchen bei Überschreiten der Bekämpfungsschwelle:

  1. Bulldock Top Bulldock Top
    Sonderpreis 81,87 € Regulärer Preis 83,40 €
    zzgl. 19% MwSt.
    27,80 € / 1 kg
    27,29 € / 1 kg
Strategie 1

Aufwandmenge:
150 g/ha

Auflagen:
B4
NW 605: 90%=5m
NT 108
VV 603

Kosten:
4,09 €/ha

  1. Karate Zeon Karate Zeon
    105,11 €
    zzgl. 19% MwSt.
    105,11 € / 1 l
Strategie 2

Aufwandmenge:
75 ml/ha

Auflagen:
B4
NW 607: 90%=5m
NT 108

Kosten:
7,88 €/ha

  1. Sumicidin Alpha EC Sumicidin Alpha EC
    114,40 €
    zzgl. 19% MwSt.
    22,88 € / 1 l
Strategie 3

Aufwandmenge:
200 ml/ha

Auflagen:
B2
NW 605: 91%= 5m
NT 103
NW 706

Kosten:
4,58 €/ha

  1. Zypar Zypar
    114,55 €
    zzgl. 19% MwSt.
    22,91 € / 1 l

Getreideblattläuse

Getreideblattläuse sind bisher noch kaum zu finden. Sie können durch direkten Saugschaden vor allem in der Ähre Schaden anrichten. Die Gefahr der Virusübertragung ist jetzt im Wintergetreide eher zu vernachlässigen, im Sommergetreide ist diese Gefahr noch deutlich höher einzuschätzen, zumal das junge Sommergetreide sehr attraktiv für die Blattläuse ist. Das bedeutet, dass im Wintergetreide zunächst eher kein Handlungsbedarf besteht, zumal sich hier parallel mit den Blattläusen auch die Nützlingspopulation aufbauen kann. Im Sommergetreide sollte aber genau bonitiert werden.

Unsere Insektizidempfehlungen gegen Blattläuse vor dem Ährenschieben vor allem in Sommergetreide:

  1. Bulldock Top Bulldock Top
    Sonderpreis 81,87 € Regulärer Preis 83,40 €
    zzgl. 19% MwSt.
    27,80 € / 1 kg
    27,29 € / 1 kg
Strategie 1

Aufwandmenge:
150 g/ha

Auflagen:
B4
NW 605: 90%=5m
NT 108
VV 603

Kosten:
4,09 €/ha

  1. Karate Zeon Karate Zeon
    105,11 €
    zzgl. 19% MwSt.
    105,11 € / 1 l
Strategie 2

Aufwandmenge:
75 ml/ha

Auflagen:
B4
NW 607: 90%=5m
NT 108

Kosten:
7,88 €/ha

  1. Pirimor G Bald wieder verfügbar Pirimor G
    Preis auf Anfrage
Strategie 3

Aufwandmenge:
200 g/ha ab BBCH 41
bei mehr als 15 °C

Auflagen:
B4
NW 605: 90%=5m

Kosten:
10,79 €/ha

Unsere Insektizidempfehlungen gegen Blattläuse ab dem Ährenschieben (ca. 20% befallene Pflanzen):

Teppeki wirkt systemisch in der Pflanze, hat eine sehr lange Dauerwirkung und wirkt sehr spezifisch auf Blattläuse, so dass Marienkäfer, Florfliegen u.a. Nützlinge geschont werden.

  1. Teppeki Teppeki
    85,19 €
    zzgl. 19% MwSt.
    170,38 € / 1 kg
Unsere Empfehlung

Aufwandmenge:
100 g/ha

Auflagen:
B2
NW 642

Kosten:
17,04 €/ha


Sattelmücken

Die Larven der Sattelmücke überwintern im Boden und kommen zur Verpuppung an die Erdoberfläche. Ab Anfang/Mitte Mai, wenn sich der Boden erwärmt, schlüpfen die Mücken und fliegen das Getreide an. Die Mücken legen ca. 100 – 200 sehr kleine, rötliche Eier kettenförmig auf die Getreideblätter ab. Die Larven schlüpfen nach ca. einer Woche und wandern dann in die Blattscheiden. Der Saugschaden zeigt sich an verdickten Blattschieden im oberen Halmbereich. Besonders gefährdet ist Winter- und Sommerweizen auf schweren, feuchten Böden mit Vorjahresbefall. Bei den derzeitigen, eher trockenen Bedingungen ist die Gefahr eher als gering einzuschätzen, dennoch sind nach den regional gefallenen Niederschlägen die Bestände bei steigenden Temperaturen auf Eigelege zu kontrollieren.

Ähnlich wie Sattelmücken überwintern die Gallmücken im Boden und schlüpfen bei ausreichender Bodenfeuchte und hohen Temperaturen ab Ende Mai, um dann zu Beginn des Ährenschiebens ihre Eier in die Blütchen des Weizens abzulegen. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven saugen an den Ähren, was zu Schmachtkorn und Qualitätseinbußen führen kann. Die Bekämpfung der Gallmücken sollte zu Beginn des Ährenschiebens erfolgen, wenn günstige Bedingungen für den Flug gegeben sind. Bekämpfungsschwellen sind schwierig zu ermitteln, der Zuflug lässt sich z.T. über Gelbschalen ermitteln.

Unsere Insektizidempfehlung gegen Sattel- oder Gallmücken:

  1. Karate Zeon Karate Zeon
    105,11 €
    zzgl. 19% MwSt.
    105,11 € / 1 l
Unsere Empfehlung

Aufwandmenge:
75 ml/ha

Auflagen:
B4
NW 607: 90%=5m
NT 108

Kosten:
7,88 €/ha


Blattläuse in Zuckerrüben

In Zuckerrüben können vor allem Grüne Pfirsichblattläuse Schaden durch die Übertragung von Viren anrichten. Die Läuse sitzen meist auf der Blattunterseite und sind auch durch ihre blassgrüne Farbe nicht so einfach zu entdecken. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 10% befallener Pflanzen.

Die schwarze Bohnenlaus/Rübenlaus ist deutlich einfacher zu finden, die tritt oft auch in Kolonien auf, die Gefahr der Virusübertragung ist hier aber deutlich geringer.

Aktuell hat Pirimor G eine Notfallzulassung nach Art. 53 für die Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren in Zuckerrüben erhalten. Die Genehmigung gilt bundesweit für max. 20.000 ha. Sie ist auf 120 Tage begrenzt und gilt vom 10.05.2022 bis einschließlich 06.09.2022.

Da die versteckt sitzenden Blattläuse mit Pyrethroiden kaum bekämpfbar sind, bietet Pirimor G eine sehr gute Bekämpfungsmöglichkeit über die Dampfphase des Wirkstoffs gerade beim frühen Einsatz. Abweichend von der regulären Zulassung hat Pirimor G für diese Anwendung eine B1-Einstufung.

Empfehlung zur Blattlausbekämpfung ab dem 2-Blatt-Stadium der Rüben:

  1. Pirimor G Bald wieder verfügbar Pirimor G
    Preis auf Anfrage
Unsere Empfehlung

Aufwandmenge:
200 g/ha

Auflagen:
B1
NW 605: 90%=5m
NW 706
NT 101

Kosten:
10,79 €/ha

Empfehlung zur Blattlausbekämpfung nach dem 6-Blatt-Stadium der Rüben:

  1. Teppeki Teppeki
    85,19 €
    zzgl. 19% MwSt.
    170,38 € / 1 kg
Unsere Empfehlung

Aufwandmenge:
140 g/ha

Auflagen:
B2
NW 642

Kosten:
23,85 €/ha


Blattläuse an Futtererbsen und Ackerbohnen

Auch in den Ackerbohnen können durch Blattläuse übertragende Viren Ertragsminderungen auftreten, die je nach Befallsdruck z.T. erheblich sein können. Die Grüne Erbsenblattlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus gelten als Hauptüberträger, die schwarze Bohnenlaus verursacht vor allem Saugschäden. Die Virusübertragung kann bis zum Beginn der Blüte Schäden verursachen. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei ca. 10% befallener Pflanzen.

Für die Bekämpfung virusübertragender Blattläuse in Futtererbsen und Ackerbohnen hat aktuell das Produkt Teppeki eine Notfallgenehmigung nach Art. 53 für 120 Tage vom 03.05.2022 bis zum 30.08.2022 erhalten. Teppeki wirkt systemisch, daher werden auch versteckt sitzen Blattläuse erreicht und das Produkt hat eine vergleichsweise lange Dauerwirkung.

Unsere Insektizidempfehlungen gegen Blattläuse in Ackerbohnen:

  1. Teppeki Teppeki
    85,19 €
    zzgl. 19% MwSt.
    170,38 € / 1 kg
Strategie 1

Aufwandmenge:
140 g/ha

Auflagen:
B2
NW 642

Kosten:
23,85 €/ha

  1. Bulldock Top Bulldock Top
    Sonderpreis 81,87 € Regulärer Preis 83,40 €
    zzgl. 19% MwSt.
    27,80 € / 1 kg
    27,29 € / 1 kg
Strategie 2

Aufwandmenge:
150 g/ha

Auflagen:
B4
NW 605: 90%=5m
NT 108
VV 603

Kosten:
4,09 €/ha

  1. Karate Zeon Karate Zeon
    105,11 €
    zzgl. 19% MwSt.
    105,11 € / 1 l
Strategie 3

Aufwandmenge:
75 ml/ha

Auflagen:
B4
NW 607: 90%=5m
NT 108

Kosten:
7,88 €/ha


Fachbeiträge zum Thema:

Abschlussbehandlung in der Wintergerste

In der Entwicklung der Gerstenbestände bestehen zum Teil noch Unterschiede. Trotz der fehlenden Niederschläge entwickelt sich die Gerste weiter und bei den ersten Beständen wird das Fahnenblatt geschoben. Vermutlich werden schon in einer Woche die ersten Bestände „pinseln“ (die Grannen spitzen). Andere Bestände dagegen sind in der Entwicklung noch etwas weiter zurück.

Krankheiten im Winterweizen - Empfehlungen zu T1

Mit Beginn des Schossens sind die Weizenbestände jetzt regelmäßig auf Krankheitsbefall zu bonitieren. Im Sinne des Integrierten Pflanzenschutzes sind rein prophylaktische Fungizidmaßnahmen, orientiert am Wachstumsstadium der Pflanzen, nicht zielführend. Bei der Entscheidung über eine Fungizidmaßnahme achten Sie neben der Witterung vor Ort vor allem auch auf die Krankheitsanfälligkeit der Sorten, die Bestandesentwicklung und den Aussaattermin.

Fungizideinsatz in der Wintergerste

Je nach Region, Sortenanfälligkeit und Bestandesentwicklung sind in der Wintergerste derzeit vereinzelt beginnender Zwergrost und Rhynchosporium-Blattflecken festzustellen. Üblicherweise wird mit der ersten Wachstumsreglerspritzung in der Gerste eine Fungizidmaßnahme kombiniert. Die Aufwandmengen sollten trotz bisher geringen Befalls gerade bei anfälligen Sorten nicht zu stark reduziert werden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

Stand: 19.05.2022
* = länderspezifischer Mindestabstand