Der Herbizideinsatz stellt im Winterraps eine der wichtigsten Maßnahmen im Herbst dar und legt dabei schon den Grundstein für eine erfolgreiche Ernte. Insbesondere in Regionen mit verstärktem Rapserdflohbefall ist es wichtig, dass die jungen Rapspflanzen nicht zusätzlich aufgrund von Nährstoff- und Lichtkonkurrenz durch Unkräuter gestresst werden.
Ungräser wie Ackerfuchsschwanz und Weidelgras müssen konsequent in der Fruchtfolge bekämpft werden. Insbesondere beim Raps können hier effiziente Strategien angewandt werden, um nahe an die 100 % Wirkungsgrad heranzukommen.
Herbizidmaßnahmen können im Vorauflauf, Nachauflauf oder kombiniert als Spritzfolge stattfinden. Dabei sind diese vordringlich am vorhandenen bzw. zu erwartenden, auftretenden Unkrautspektrum auszurichten und auch die Witterungsbedingungen bei der Anwendung in die Mittelwahl miteinzubeziehen. Insgesamt steht noch eine breite Produktpalette zur Verfügung, wobei ein Großteil der Produkte seinen Einsatzschwerpunkt im Vorauflauf bzw. frühen Nachauflauf hat. Bei den vorwiegend bodenwirksamen Produkten ist eine Applikation bei feuchtem Boden in Bezug auf Wirkungsleistung von Vorteil, auch ein Walzengang nach der Saat, vor der Anwendung, kann eine Wirkungsabsicherung darstellen.
Das Produkt Torso ist seit dem letzten Jahr mit 2,3 - 3,5 l/ha vom Vorauflauf bis BBCH 14 zugelassen und besitzt dabei ein breites Wirkungsspektrum durch die Kombination der drei Wirkstoffe Metazachlor, Napropamid und Quinmerac. Bei Anwendungen im Vorauflauf werden in der Regel etwas bessere Wirkungsgrade erzielt. Mit voller Aufwandmenge von 3,5 l/ha besteht neben einer sehr guten Unkrautleistung überdies eine gute Gräserwirkung. Auch nach Starkniederschlägen ist Torso sehr verträglich.
Rauke-Arten können am effektivsten mit Clomazone-haltigen Herbiziden kontrolliert werden. Hierbei gilt es, bei der Anwendung besonderes Augenmerk auf die Anwendungsbestimmungen zu legen. Wir empfehlen den Fuego-Clomazone-Pack mit Fuego 1,0 - 1,5 l/ha + Clomazone 360 CS 0,2-0,3 l/ha.
Bei Behandlungen im Nachauflauf kann LaDiva bei einer Einmalbehandlung ab BBCH 12 mit 0,25 l/ha angewendet werden. Sofern eine Nachbehandlung nötig ist, kann diese ab BBCH 16 mit 0,25 l/ha Belkar, nach mindestens 14 Tagen Abstand zur ersten Behandlung erfolgen. Achten Sie bei der Anwendung von Belkar und LaDiva auf die Mischbarkeit der Produkte. Der Einsatz Metconazol-haltiger Wachstumsregler im Herbst ist nach einer LaDiva/Belkar-Anwendung ausdrücklich nicht zu empfehlen!
Empfehlung Rapsherbizide zur Aussaat 2026
In diesem Abschnitt empfehlen wir aktuelle Herbizide mit deren Indikation (bekämpfbare Ungräser und Unkräuter).
Gräser und Unkräuter im Vorauflauf
Düngung und Herbizide Hand in Hand
Für eine gute Vorwinterentwicklung benötigt Raps im Herbst ausreichend Stickstoff. Neben Wirtschaftsdüngern wie Gülle oder Biogasgärrest bieten sich DAP, ASS oder Volldünger an, um die maximal zulässigen 60 kg/ha Gesamtstickstoff zu düngen. Verbleibt das Stroh der Vorfrucht auf dem Feld sollte diese Menge auch komplett ausgebracht werden. Bei hohem Erdflohdruck ist eine zügige Jugendentwicklung entscheidend.
Durch eine Saatbanddüngung mit Mikrogranulaten (20-30 kg/ha) wird genau dies gefördert. Die Nährstoffe in den Mikrogranulaten sind wasserlöslich und liegen in hoher Konzentration am Saatkorn. Dadurch steigt die Nährstoffeffizienz an, die Düngebilanz für die Herbstdüngung kann entlastet werden. In einigen Regionen kann in diesem Jahr die dezimierende Wirkung von Kalkstickstoff (2,0 - 2,5 dt/ha) auf Ackerschnecken interessant werden, dieser sollte für eine optimale Wirkung 6-8 Tage vor der Saat eingearbeitet werden. Die Vorgaben der DüV sind einzuhalten.