Die langanhaltende extreme Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands hat den Grünlandbeständen mächtig zu schaffen gemacht.
Die Regenerationsfähigkeit von Grünland- und Weidenarben variiert regional stark. Trockenstress schädigt primär flachwurzelnde, narbenbildende Gräser, wodurch der natürliche Schutz gegen Verunkrautung verloren geht. Im Gegenzug werden minderwertige Tiefwurzler mit Speicherorganen (z. B. Ampfer und Disteln) gestärkt, da sie konkurrenzlos auf tiefere Wasser- und Nährstoffvorräte zugreifen.
Herausforderung für die Futtererzeugung
Futter, vor allem Grundfutter, ist in einigen Regionen in den letzten Jahren ein knappes und teures Gut geworden. Viele Prognosen für das zukünftige Klima in Mitteleuropa sagen voraus, dass sich die Gesamtniederschlagsmenge nur wenig verändern wird, aber die Hauptniederschlagsmengen im Winter fallen werden. Hitze- und Trockenphasen werden zunehmen und Kältephasen werden abnehmen, bei einer hohen Variabilität von Jahr zu Jahr. Im Sommerhalbjahr, wenn das Wasser für das Pflanzenwachstum benötigt wird, wird es eher im Mangel sein. Dies zeigt sich in einigen Regionen Deutschlands bereits seit mehreren Jahren mit Auswirkungen auf den Futterbau und insbesondere die Grünlandwirtschaft. Höchste Ertrags- und Qualitätsleistungen bei der Futterernte sind unter Trockenstressbedingungen in der Hauptvegetationsphase grundsätzlich schwieriger zu erzielen.
Wie sich der Futteraufwuchs im Grünland aufgrund der wärmer werdenden Temperaturen und der Niederschlagsverschiebung auf das Winterhalbjahr (potenziell) verändert, ist in nachfolgender Abbildung dargestellt. Im Jahresverlauf wird der Grünlandzuwachs zeitiger beginnen und später enden, wobei es im Sommer kaum bis gar keinen Zuwachs gibt.
Je trockener der Standort, desto größer wird die Bedeutung von Grasarten wie beispielsweise Rohrschwingel, Knaulgras, Wiesenschwingel und Wiesenrispe, da diese Arten unempfindlicher gegen Wassermangel sind. Grünlandsaaten mit Rohrschwingel gewinnen zunehmend an Bedeutung, da er sehr ertragreich und wenig anspruchsvoll gegenüber Boden und Wasserversorgung ist und sowohl Nässe als auch Trockenheit toleriert. Ältere Sorten haben noch ein sehr raues Blatt, das von den Tieren mit zunehmendem Alter weniger gefressen wird, moderne Züchtungen hingegen, sogenannte "soft-leaf"-Typen oder "sanftblättriger Rohrschwingel" Sorten kombinieren die guten Wuchseigenschaften mit einem hohen Futterwert. Das Knaulgras ist ein horstbildendes, ausdauerndes Obergras, ist sehr massenwüchsig, konkurrenzstark und hat einen zeitigen Austrieb im Frühjahr. Es ist ausgesprochen unempfindlich gegen Trockenheit und Kälte, aber empfindlich gegen Staunässe. Beide, Knaulgras und Rohrschwingel haben einen hohen Futterwert bei junger Nutzung und sind wenig nutzungselastisch. Das heißt, dass sich die Futterqualität nach dem optimalen Nutzungstermin wesentlich schneller verschlechtert als dies beispielsweise beim Weidelgras der Fall ist.
Unter den Leguminosen ist die Luzerne, neben dem Rotklee, eine der trockenheitstolerantesten Futterpflanzen. Das verdankt sie ihrer Pfahlwurzel, mit der sie das Wasser in tieferen Bodenschichten anzapfen kann. Sie ist eine ausdauernde, wärmeliebende, sowie ertragsfähige Futterpflanze und liefert die höchsten Eiweißerträge pro Hektar. Im Ackerfutterbau kann sie gut mit Rotklee und Gräsern im Gemenge angebaut werden. Das Einbringen der Luzerne ins Grünland ist dagegen etwas schwierig, da sie wenig konkurrenzstark gegenüber Gräsern ist.
Weitere übergreifende Maßnahmen zur Reduktion von Trockenstress:
- Bodenverdichtungen vermeiden
- Gräser nicht verletzen (Striegeln zum richtigen Zeitpunk)
- Grasnarbe schützen (Schnitthöhe 8 – 10 cm)
- Gute Kaliumversorgung erhöht die Trockenheitstoleranz
Jetzt Lücken schließen und Futterreserven sichern
Sobald die Wiederbegrünung einsetzt, zeigen sich großflächige, schachbrettartige Lücken im Grünland als helle Flecken. Diese durch Trockenstress verursachten Narbenschäden sollten bei ausreichender Feuchtigkeit möglichst noch vor dem Winter durch eine Nach- oder Übersaat behoben werden – in tieferen Lagen bis Mitte / Ende September.
Dafür empfehlen wir unsere BAT Pro Standard trocken, die Zusammensetzung ist ideal für trockene Standorte.
Wichtig ist dabei, dass sich die junge Saat vor dem Wintereinbruch ausreichend entwickeln kann. Ist dies nicht gewährleistet, sollten die Maßnahmen auf das zeitige Frühjahr verschoben werden. Grundsätzlich gilt: Eine frühzeitige Beweidung nach der Einsaat bremst den Altbestand aus und gibt der jungen Saat bessere Entwicklungschancen.
Mit Blick in die Zukunft wird es immer wichtiger alle Zeiträume, vor allem die restliche Vegetationszeit im Herbst und im zeitigen Frühjahr, zur Futtergewinnung zu nutzen. Der Anbau von Herbst- und Winterzwischenfrüchten ist eine Möglichkeit Futterreserven zu schaffen. Je nach Standort und Pflanzenart werden sie zwischen Mitte August und Ende September ausgesät und zwischen der dritten April- und der dritten Maidekade geerntet.
Wenn sie sich kurzfristig für eine Zwischenfrucht Mischung für die Futtergewinnung entscheiden, empfehlen wir das altbewährte Landsberger Gemenge bzw. das BAT Pro Futter Dreierlei.
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an! +49 4541 8668 290