Getreide: Ungras- und Unkrautbekämpfung

Eine zeitige Bekämpfung von Ungräsern im Frühjahr im Getreide, sichert meist bessere Bekämpfungserfolge als zu späte Anwendungen. Die Witterungsbedingungen sollten allerdings passen, die Wirkung ist am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit und wüchsigem Wetter.

Da vor allem Ackerfuchsschwanz oft schwer zu bekämpfen ist, sind hier die Anwendungsbedingungen besonders wichtig. Nach den warmen Temperaturen Ende Februar hat der Ackerfuchsschwanz vielfach schon weiße Wurzelspitzen gebildet.

Wichtig beim Einsatz von Atlantis Flex und Niantic

Die Anwendung von Atlantis Flex oder Niantic ist auf drainierten Flächen erst ab dem 16. März erlaubt. Folgende Punkte sollten Sie beim Einsatz von Atlantis Flex oder Niantic beachten:

  • der Zusatz von 30 l/ha AHL oder 10 kg/ha SSA verstärkt die Wirkung
  • Anwendung bei hoher Luftfeuchtigkeit (Spritzungen in die frühen Morgenstunden verlegen)
  • für eine gute Benetzung der Pflanzen sorgen: ausreichende Wassermengen (mind. 200 l/ha Wasser) mit feintropfigen Düsen, am besten mit Doppelflachstrahldüsen ausbringen
  • Reihenfolge der Spritzenbefüllung:
    1. Spritze mit Waser halb befüllen
    2. Produkt einfüllen 
    3. Formulierungshilfstoff einfüllen
    4. AHL einfüllen
    5. Spritze mit Wasser auffüllen!

Atlantis Flex ist in der Gräserwirkung etwas stärker einzustufen als Niantic. Dagegen ist die Breitenwirkung gegen Unkräuter eher etwas schwächer. Als Mischpartner zu Atlantis Flex eignet sich das Produkt Zypar mit ca. 0,75 l/ha gegen Kamille, Storchschnabel, Klette, Mohn und Kornblume sehr gut.

Auch Trespen und Weidelgräser lassen sich am besten im zeitigen Frühjahr bekämpfen, wenn sie 2-3 Blätter gebildet haben. Vor allem Axial 50 EC oder Traxos können schon sehr früh bei kalten Temperaturen eingesetzt werden, alle anderen Produkte eher zu Vegetationsbeginn. Bis zum Schossbeginn sollten die Maßnahmen abgeschlossen sein. 

Unsere Produktempfehlungen zur Bekämpfung von Ungräsern im Getreide (Frühjahr):

schwer bekämpfbarer Ackerfuchsschwanz oder Trespen in Winterweizen

330 g/ha Atlantis Flex + 1,0 l/ha Biopower + 30 l/ha AHL (oder 10 kg/ha SSA) 
(NW 605: 75%=*, NW 800, NW 701, NT 103)

Oder 500 g/ha Niantic + 1,0 l/ha FHS + 30 l/ha AHL (oder 10 kg/ha SSA)
(NW 642, NW 800, NW 701, NT 109)

Ackerfuchsschwanz in Roggen

200 g/ha Atlantis Flex + 0,6 l/ha FHS + 30 l/ha AHL (oder 10 kg/ha SSA)
(NW 605: 75%=*, NW 800, NW 701, NT 103)     

Ackerfuchsschwanz, Weidelgrad in Wintergerste

1,2 l/ha Axial 50 EC
(NT 101)


Vor allem in spät gesätem Getreide (Weizen, Roggen, Triticale), wo im Herbst keine Bodenherbizidvorlage stattgefunden hat, ist nach Vegetationsbeginn mit Ungräsern und Unkräutern zu rechnen. Der Ungras- und Unkrautdruck ist dabei in der Regel etwas geringer als in Frühsaaten. Breit wirksame Produkte können in diesen Fällen zum Einsatz kommen, in der Gerste sind diese Mittel nicht zugelassen und auch nicht verträglich. Hier steht zur Gräserbekämpfung nur Axial 50 EC zur Verfügung, dass möglichst nicht in Mischungen ausgebracht werden soll, weil dadurch die Gräserwirkung leiden kann.

Unsere Produktempfehlungen zur Bekämpfung von Ungräsern und Unkräutern im Getreide (Frühjahr):

Windhalm + Unkräuter
(Weizen, Roggen, Triticale)

130 g/ha Broadway + 0,65 l/ha FHS
(NT 101)  

Oder 200 ml/ha Husar Plus + 1,0 l/ha Mero
(NW 605: 75%=*, NW 800, NT 108), (incl. Weidelgras und jährige Rispe)

Trespe, Weidelgras, Ackerfuchsschwanz (sensivitv) + Unkräuter
(Weizen, Roggenm Triticale)

1,8 l/ha Avoxa
(NW 605: 90%=*, NT 109)            

 Oder 1,8 l/ha Avoxa+ z.B. 100 ml/ha Saracen
(NW 605: 90%=*, NT 109) + (NT109) 

Oder 220 g/ha Broadway+ 1,0 l/ha FHS
 (NT 102)


Bei der Unkrautbekämpfung im Frühjahr ist das Einsatzfenster etwas breiter, allerdings haben sich auch hier eher zeitige Maßnahmen bewährt, zumal man dadurch auch Probleme bei Mischungen z.B. mit Wachstumsreglern vermeiden kann. Für den zeitigen Einsatz sind vor allem Sulfonylharnstoffprodukte geeignet, Wuchsstoffe benötigen eher etwas höhere Temperaturen für eine gute Wirkun. insgesamt ist bei allen Produkten wüchsige Witterung mit hoher Luftfeuchtigkeit von Vorteil. In vielen Regionen nimmt der Hundskerbel immer mehr zu. Ein Baustein in der Hundskerbelbekämpfung ist der Wirkstoff Metsulfuron. Ähnlich wie die Wirkstoffe aus Atlantis Flex/Niantic wird auch bei Metsulfuron die Abbaugeschwindigkeit im Boden maßgeblich durch die Niederschlagsmenge im Frühjahr/Frühsommer beeinflusst. Bei ausgeprägter Trockenheit kann es zu Beeinträchtigungen im nachgebauten Raps kommen. Werden die Produkte zeitig im Frühjahr (bis ca. Mitte April) angewendet, ist die Gefahr einer nachfolgenden Schädigung im Raps deutlich geringer, weil dann meist ausreichend Niederschlag zwischen der Anwendung und der Rapsaussaat fällt.

Unsere Produktempfehlungen zur Bekämpfung von Unkräutern im Wintergetreide (Frühjahr):

Mischverunkrautung
(Vogelmiere, Kamille, Ausfallraps, Mohn Klette)

25 g/ha Saracen Max
(NW 605: 75%=*, NT109)       

Oder 1,0 – 1,2 l/ha Antarktis (inkl. Ehrenpreis und Stiefmütterchen)
(NW 607: 90%=20m, NT103)

Michverunkrautung mit Mohn, Kornblume, Knöterich, stumpfer Ampfer

1,0 – 1,5 l/ha Ariane C
(NT 103)

Oder 0,75 – 1,0 l/ha Zypar (inkl. Storchschnabel)         
(NW 605: 90% =*; NW 706, NT 102)

Mischverunkrautung mit Hundskerbel und Storchschnabel

35 g/ha Dirigent SX + 0,5 l/ha Fluroxane
(NW 609: 50%=*, NW 701, NT 103) (NT 103)

Oder 20 g/ha Boudha+ 0,5 l/ha Fluroxane
(NW 609: 50%=*, NT 103) (NT 103)

Oder 50 g/ha Pointer Plus 
 (NW 605: 75%=*, NT 108)

Unsere Produktempfehlungen zur Bekämpfung von speziellen Unkräutern (Frühjahr):

Sindenknöterich, Vogelknöterich, Distel, Buchweizen, Kompasslattich:

1,0 - 1,5 g/ha Ariane C
(NT 103)

Erdrauch, Storchschnabel, Ausfallleguminosen:

0,75 l/ha Zypar 
(NW 605: 90% =*; NW 706, NT 102)     

Ehrenpreis, Erdrauch:

50 g/ha Artus
(NW 609: 50%=*, NT 102)

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Stand: 2021