Jetzt gilt es, den Silomais genau im Blick zu behalten. In vielen Regionen wurde bereits mit dem Maishäckseln begonnen. Denn mit dem richtigen Erntezeitpunkt wird über einen bedeutenden Teil der Futtergrundlage für das nächste Jahr entschieden. Schon wenige Tage Unterschied können einen spürbaren Einfluss auf Ertrag, Energiegehalt und Verdaulichkeit haben. Eine sorgfältige Erntezeitpunktbestimmung hilft dabei, das Potenzial des Bestandes optimal auszuschöpfen und Futterkosten im Griff zu behalten.
Die Erntezeitpunktbestimmung erfordert zwar etwas Aufwand, dieser zahlt sich jedoch durch hochwertige Silagen und eine bessere Futtereffizienz aus.
Wenn ungünstige Erntebedingungen vorliegen ist der Einsatz der Siliermittel BAT ProKlassik oder BAT ProRobust besonders zu empfehlen, um möglichst gute Voraussetzungen für den Silierverlauf zu schaffen.
Systematisches Vorgehen zur Erntezeitpunktbestimmung
Mais besteht aus der relativ feuchten Restpflanze und dem relativ trockenen Kolben. Es müssen beide Teile separat beurteilt werden.
Festlegung des Ziel-Trockensubstanz (TS)-Gehaltes
- Idealer TS-Gehalt der Restpflanze von 24 % und des Kolbens von 55-60 %.
- Ziel TS-Gehalt Maissilage: kolbenreicher Mais 37-38 %, normaler Mais 33-34 %, restpflanzenbetonter Mais 31-32 %.
- Welche Maissorte für welchen Rationstyp angebaut wird, muss vor der Aussaat festgelegt werden.
- Zahnmais oder Hartmais für unterschiedliche Fütterungszeitpunkte im Jahresverlauf müssen berücksichtigt werden.
Schätzung der aktuellen TS mit der TS-Schätztabelle
1. Repräsentative Proben ziehen (nicht aus dem Vorgewende): Schneiden Sie 5 Pflanzen der Reihe nach bodennah (erster Knoten) ab.
2. Den TS-Gehalt der Restpflanze schätzen: Die Pflanze 30 bis 40 cm über dem Schnitt auswringen.
- Pflanzensaft tritt tropfend aus ➔ TS-Gehalt um 18 %
- Schaumbildung beim auswringen ➔ TS-Gehalt um 24 %
- Kein Saftaustritt ➔ TS-Gehalt über 28 %
3. Den Kolbenanteil bestimmen: Trennen Sie danach die Kolben vom Rest der Pflanze ab und schätzen Sie das Gewichtverhältnis zwischen Kolben und Restpflanze. Der Einsatz einer sensiblen Waage ist hilfreich.
4. Den TS-Gehalt des Korns bestimmen: Drücken Sie Körner (aus der Mitte des Kolbens) mit dem Daumennagel ein:
- Saft spritzt aus ➔ TS-Gehalt unter 35 %
- Korn überwiegend fest ➔ TS-Gehalt um 50 %
- Hartes, nicht einzudrückendes Korn ➔ TS-Gehalt um 55 %
- Schwarzer Punkt an Kornbasis zu sehen ➔ TS-Gehalt über 60 %
5. Lesen Sie in der Tabelle ab, welcher TS-Gehalt erreicht ist und wie hoch der Kolbenanteil im Verhältnis zur Restpflanze ist (>40 %, 50 % oder 60 %). Die Daten werden entsprechend kombiniert und in der Tabelle eingestuft.
6. Wenn sich dieser Wert im grün dargestellten Bereich der Tabelle befindet, kann geerntet werden.
7. Im Durchschnitt nimmt der TS-Gehalt um 3 Prozentpunkte pro Woche zu (bei sehr trockenem Wetter bis zu 5 Prozentpunkte, bei Kälte und Regen etwa 1 Prozentpunkt).
8. Bei einem Hochschnitt sinkt der Anteil der Restpflanze, der TS-Gehalt in der Tabelle verschiebt sich nach rechts.
Praxistipps bei ungünstigen Erntebedingungen
Eine vorzeitige Ernte kann notwendig sein, wenn bestimmte Umwelteinflüsse vorliegen: stark beschädigte Bestände durch extreme Trockenheit, Hagel, Sturm, Frost, Zünsler oder Fusarien, die nahezu reif sind, sollten möglich schnell beerntet werden, vor allem wenn keine normale Abreife mehr zu erwarten ist. Sind nach einem Sturm z.B. die Leitbahnen für eine Stärkeeinlagerung intakt, kann mit der Ernte noch abgewartet werden.
Essentiell für die Bestimmung des Erntezeitpunkts ist eine rechtzeitige und genaue Beurteilung der Silomaisbestände. Zusätzlich führt dieses Vorgehen in der Regel zu einer besseren Planung der eigenen Kapazitäten, bzw. der des Lohnunternehmers.
BAT Pro Robust und BAT Pro Klassik sind die richtige Wahl um die Grundfutterqualität abzusichern!