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Zwischenfrüchte & Düngerverordnung: Sind Mineraldünger, Gülle- und Gärrestausbringung bei Zwischenfrüchten noch möglich?

Beim Zwischenfruchtanbau stellen sich dem Landwirt bedingt durch die schon geltende und vor allem durch die neue Düngeverordnung 2020 immer mehr Fragen. Die wichtigsten Fragen sind: Darf ich eigentlich Zwischenfrüchte in diesem Jahr noch düngen und darf ich Gülle oder Gärrest ausbringen? Und was ändert sich ab dem kommenden Jahr 2021? Zum Start der Zwischenfrucht-Saison haben wir recherchiert.

Ohne Frage: Auch in Zeiten der Düngeverordnung bringen Zwischenfrüchte viele Vorteile: sie bilden einen Erosionsschutz, lockern hackfrucht-intensive oder enge Mais-Fruchtfolgen auf und verbessern die Humusbilanz. Zudem verhindern sie die Auswaschung von Nährstoffen, indem sie die Nährstoffe im Boden für ihr Wachstum nutzen und für die Folgekultur wieder zur Verfügung stellen.

Und auch in diesem Jahr zählen Zwischenfrüchte zu den wenigen Kulturen, zu denen im Herbst Gülle oder Gärreste ausgebracht werden darf. Ob eine Zwischenfrucht mineralisch gedüngt werden darf, hängt maßgeblich davon ab, ob sie im Rahmen der Öffentlichen Vorrangfläche (ÖVF) oder lediglich zur Optimierung der Fruchtfolge angebaut wird. Eine Düngebedarfsermittlung ist für Zwischenfrüchte nicht notwendig. Eine Einschränkung der Düngung zu Zwischenfrüchten in den sogenannten Roten Gebieten gibt es in 2020 noch nicht, weil die neue Düngeverordnung in diesem Punkt erst ab 2021 greift.

Zwischenfrüchte zur Gründüngung ohne Vertrag – das gilt:

  • es können Einzelfrüchte wie z.B. Ölrettich, Phacelia, Senf, Gras usw. gewählt werden
  • Eine mineralische Stickstoffdüngung ist nach den Vorgaben der DüngeVO möglich. Der N-Bedarf beträgt 40-60 kg N/ha, wenn der Leguminosenanteil nicht mehr als 30 % beträgt. Bei einem Leguminosenanteil bis 75 % reduziert sich der N-Bedarf auf 30 kg/ha. Bei mehr als 75 % Leguminosen besteht kein N-Bedarf.
  • Eine organische Startdüngung ist ebenfalls möglich. Allerdings darf maximal 60 kg Gesamt-N oder 30 kg NH4-N aus Gülle, Gärrest, Geflügelkot usw. ausgebracht werden. Diese Regel gilt nicht für Rindermist und Kompost.
  • Die Ausbringung von Klärschlamm ist möglich
  • Kalkung sowie eine Grunddüngung sind möglich

Zwischenfrüchte auf Öffentlichen Vorrangflächen (Greening-Zwischenfrucht) – das muss beachtet werden:

  • Es müssen mindestens zwei Arten mit maximal 60 % Samenanteil einer Art ausgesät werden, z.B. ATR Spezial Mix Economy und ATR Spezial Mix Ölrettich Senf Ramtillkraut für Getreide- bzw. Maisfruchtfolgen sowie ATR Spezial Mix – Bunte Bienen-Mischung
  • Eine mineralische N-Düngung ist nicht zulässig
  • Eine organische Düngung ist möglich. Allerdings darf maximal 60 kg Gesamt-N oder 30 kg NH4-N aus Gülle, Gärrest, Geflügelkot usw. ausgebracht werden. Diese Regel gilt nicht für Rindermist und Kompost.
  • Keine Ausbringung von Klärschlamm
  • Kalkung sowie eine Grunddüngung sind möglich

Zwischenfrüchte/Saatgutmischungen für Blühstreifen und Agrarumweltmaßnahmen – das muss beachtet werden:

  • In vielen Bundesländern werden über greeningfähige Maßnahmen und Agrarumweltprogramme Blühstreifen, Blühflächen und Zwischenfrüchte gefördert
  • Es gibt verschiedene Saatgutmischungen mit guten Bienentrachtpflanzen, z.B. ATR Spezial Mix – Bunte Bienen-Mischung
  • Ob eine N-Düngung nach DüngeVO erlaubt ist, ist in den einzelnen Länderprogrammen geregelt

Stand: 2020

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