Rapssorten 2020: Worauf sollte bei der Auswahl geachtet werden?

Die Auswahl der richtigen Sorte ist das Fundament des Erfolges im Rapsanbau. Doch die Entscheidung ist nicht einfach: Jeder Standort ist anders, vom Bodentyp und der bisherigen Fruchtfolge bis hin zur Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit. Nicht jeder landwirtschaftliche Betrieb hat bereits die für ihn optimale Sortenauswahl getroffen. Hier schlummert ein Potential, das genutzt werden sollte, um dem in den letzten Jahren rückläufigen Anbau entgegen zu wirken. Denn nur mit der passenden Sorte können sich die ackerbaulichen Stärken, die der Raps in die Fruchtfolge einbringt, voll entfalten.

Worauf sollte der Rapsanbauer angesichts dieser Erkenntnis achten? Unter dem Strich ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht letztendlich die Marktleistung entscheidend bei der Sortenwahl. Für die Sortenbeurteilung sind aus diesem Blickwinkel sowohl die Kornertragsleistungen als auch die Ölgehalte wichtig. Gerade die Preiszuschläge für hohe Ölgehalte sind eben auch wirtschaftlich von Bedeutung.

Aus ackerbaulicher Sicht sollte das Augenmerk dagegen nicht nur auf die ertrags- und qualitätsbestimmenden Merkmale gelegt werden. Besondere Eigenschaften der Sorten können zwar auf den ersten Blick das rein wirtschaftliche Ergebnis schmälern, aber im Gegenzug Vorteile wie Ertragssicherheit in schwierigeren Jahren bringen oder eine Reduzierung von Pflanzenschutzmaßnahmen möglich machen. Auch praktische Vorteile wie Sorten, die frühe Erntetermine besser gewährleisten, sollte der Landwirt mit Blick auf die weitere Fruchtfolge im Blick haben. Nur mit einer frühen Ernte wird es möglich, den Ausfallraps gleich nach der Ernte durch ein mehrfaches Auflaufen lassen mit anschließender Bodenbearbeitung zu reduzieren – was aus phytosanitärer Sicht für die weitere Fruchtfolge ebenfalls sehr wichtig ist.

Hierfür kommen Parameter wie das das Auswinterungsrisiko, die Standfestigkeit und die Toleranz gegenüber Krankheiten sowie das Abreifeverhalten, das im Zweifelsfall das gute Ergebnis auf den letzten Metern vor der Ernte gefährdet kann, zum Tragen. An Standorten mit sich häufenden Problemen mit Kohlhernie kann der Anbau resistenter Sorten eine Chance sein. Aber nur dort, wo der Status als Verdachtsfläche eindeutig ist, sollte diese Option genutzt werden. Denn aus längerfristiger Perspektive ist es wichtig, dem Erreger nicht durch übermäßigen Anbau der derzeit verfügbaren resistenten Sorten die Chance zum Überwinden der Resistenz zu geben.

Pflanzenbaulich betrachtet wird die Kohlhernie eher regional und verstärkt dort zum Problem, wo der Anbau von Winterraps intensiver gefahren wurde. Deshalb sollten Landwirte die Empfehlung beherzigen, den Rapsanteil in der Fruchtfolge trotz seiner unbestrittenen pflanzenbaulichen Vorteile auch ohne akute Probleme eher etwas zurückzunehmen als auf den maximal möglichen Anteil von einem Drittel zu setzen. Zwei Ruhejahre sind nach Ansicht vieler Spezialisten heute zu knapp.

Für die Auswahl der optimalen Sorte aus dem sehr breiten Angebotsspektrum sind also zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen, insbesondere auch die Prioritäten, der der jeweilige Betrieb in diesem Anbaujahr setzt. Die myAGRAR-Fachberater unterstützen Sie hierfür gern bei der Sortenwahl. Sprechen Sie uns an.

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Stand: 2020