Kälberhaltung auf dem Prüfstand:                                                          Das sollten Sie ab Januar 2023 beachten

Jetzt wird es auf vielen Höfen voll im Kälberstall: Seit dem 1. Januar 2023 müssen Milchviehbetriebe beim Kälbertransport neue Regelungen beachten. Das hat erhebliche Folgen für die Kälberhaltung auf dem Hof. Zusätzliche Stall-, Futter und Dungkapazitäten sind vorzuhalten. Und es gilt an noch viel mehr zu denken, damit die Kälber für Milchviehhalter künftig nicht zum Verlustgeschäft werden. Die myAGRAR Fachberater geben einen Überblick über die Gesetzesänderung und geben Tipps für die optimale Haltung und Fütterung der Kälber.

Wie lauten die neuen Regelungen für den Transport von Kälbern?

Ab dem 1. Januar 2023 wird das Mindestalter für den Transport von Kälbern von 14 auf 28 Tage erhöht. Bisher war es üblich, dass Milchviehbetriebe ihre Bullenkälber im Alter von 14 Tagen an die Mastbetriebe verkaufen. Durch die Gesetzesänderung müssen die Tiere bis zu ihrem 28. Lebenstag auf dem Hof bleiben, auf dem sie geboren wurden. Somit findet eine Verlagerung der Kälberaufzucht von den Mastbetrieben zu den Milchviehbetrieben statt.

Welche Folgen hat die Gesetzesänderung für Milchviehhalter?

Wenn Kälber erst zwei Wochen später als bisher transportiert werden, bleiben sie doppelt so lange auf dem Hof. Durch die längere Aufzuchtzeit auf den Milchviehbetrieben müssen auf dem Hof zusätzliche Kälberplätze geschaffen werden, damit im Maximalfall die doppelte Anzahl an Kälbern optimal gehalten werden kann. Die optimale Haltung ist wichtig, weil mit dem höheren Alter der Tiere, die verkauft werden, Qualitätsunterschiede offensichtlicher werden können. Marktexperten gehen davon aus, dass die Abnehmer entsprechend größere Preisspannen aushandeln werden. Es ist daher für den Landwirt auch betriebswirtschaftlich wichtig, ein besonderes Augenmerk auf die Kälberaufzucht zu legen. Unser Tipp: Sichern Sie sich einen besseren Marktwert für ihre Kälber, in dem Sie die Tiere bestmöglich aufziehen und so durch die gute Qualität beim Verkauf punkten zu können.

Bestandsaufnahme: Welche Fragen sollte sich jetzt jeder Milchviehbetrieb stellen?

  • Haben wir genug Platz für eine optimale Unterbringung der Kälber?
  • Wie viel Plätze für Kälber sind vorhanden und bei jeder Witterung nutzbar? Brauche ich zusätzliche Kälber-Iglus? Brauche ich zusätzlichen Witterungsschutz?
  • Gibt es Probleme mit der Tierzahlbegrenzung an meinem Standort?
  • Reichen meine Lagerkapazitäten für Futter, Einstreu und Mist?
  • Passt der Tierbestand hinsichtlich der Vorgaben der Düngeverordnung künftig noch zur nachgewiesenen Fläche?

Wie viel Platz braucht ein Kalb? Und wie viele Plätze für Kälber braucht ein Betrieb?

Halten Sie auf jeden Fall die Vorschriften für die Kälberhaltung ein: Wenn ein Kalb einzeln gehalten wird, muss die Box mindestens 120cm x 80 cm x 80 cm (L x B x H) groß sein. Ab dem Alter von zwei Wochen ändern sich die vorgeschriebenen Mindestmaße, was bei der Planung für die Aufzucht der Kälber bis zum 28. Lebtag unbedingt zu beachten ist. Ab dem 14. Lebtag müssen dem Kalb mindestens 160 cm x 90 cm (L x B) zur Verfügung stehen, wenn der Trog außen angebracht ist. In der Gruppenhaltung muss einem Kalb mit einem Gewicht von bis zu 150 kg eine Fläche von 1,5m² zur Verfügung stehen, beziehungsweise der gesamten Gruppe eine Gesamtliegefläche von mindestens 4,5m².

Wie wird die Anzahl der benötigten Kälberplätze berechnet?

Um die Anzahl der Kälberplätze zu berechnen, wird die Anzahl der Abkalbungen pro Woche und die voraussichtliche Aufenthaltsdauer von 28 Tagen betrachtet. Außerdem sollte ein Leerstand der Einzelboxen von 30-40 % eingeplant werden, um Infektionsketten zu unterbrechen und so die Hygiene im Kälberstall zu verbessern.

Gesundheit im Visier: Was ist bei der Fütterung von Kälbern zu beachten?

Die Grundlage für vitale Kälber ist die optimale Fütterung. Die größten Probleme in der Kälberaufzucht sind Durchfall und Atemwegserkrankungen, welche besonders in den Wintermonaten auftreten. Für die Gesundheit der Kälber sind eine gute Versorgung der Muttertiere vor der Geburt sowie eine gute Geburtshygiene, eine schnelle Versorgung mit Biestmilch und eine ausreichende Deckung des Vitamin- und Eisenbedarfs wichtig.

Optimale Inhaltsstoffe: Milchaustauscher als praxisgerechte Alternative

Milchaustauscher werden auf Basis von Molke oder Magermilchpulver hergestellt. Der Milchaustauscher wird entweder mit Wasser angerührt und ersetzt so in der Kälberaufzucht den Einsatz von Vollmilch oder er dient als Zusatz zur Vollmilch und ergänzt diese mit weiteren wichtigen Mineralien und Vitaminen. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass beim Anrühren des Milchaustauschers auf die vom Hersteller vorgeschriebene Konzentration geachtet wird, sonst werden die Kälber nicht optimal versorgt.

Woran erkennt man einen hochwertigen Milchaustauscher für Kälber?

Eine wichtige Kenngröße für Milchaustauscher ist der Eisengehalt, da dieser Nährstoff für junge Kälber besonders wichtig ist. Der Eisengehalt sollte bei 100mg/kg liegen. Der Rohfasergehalt soll 0,1% nicht überschreiten, da das darauf hindeuten kann, dass pflanzliche Proteinquellen wie Soja in dem Milchaustauscher enthalten sind. Diese Sojaanteile wären für junge Kälber nur schwer verdaulich.

Ein Milchaustauscher der den Bedarf des Kalbes an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen treffend abdeckt ist das Produkt Denkacare Vitaladd von Denkavit. Es unterstützt zusätzlich die Verdauung und ist sehr gut löslich.

Denkacare Vitaladd

• Milchaustausch- und Ergänzungsfuttermittel
• Durch die enthaltende Zitronensäure, Vitamine und Mineralstoffe deckt es den natürlichen Bedarf ab
• Sehr gut löslich und verbessert die Gerinnung des Milchaustauschers

Wie wird Milchaustauscher in der Kälberaufzucht am besten eingesetzt?

Für eine gute Hygiene bei der Kälberfütterung ist es wichtig, dass jedes Kalb einen eigenen Eimer bekommt, welcher täglich gereinigt wird. Die Nuckel müssen intakt sein, um zu schnelles trinken zu verhindern. Die richtige Dosierung des Milchaustauschers ist wichtig, um Durchfall zu vermeiden. Das richtige Mischungsverhältnis gibt der Hersteller auf der Verpackung an. Beim Anmischen ist es wichtig, dass das Wasser die richtige Temperatur hat und dass das Pulver gut eingerührt wird, damit sich die Komponenten zu einer gleichmäßigen und gut verdaulichen Kälbermilch vermischen können. Wie lange der Milchaustauscher gefüttert wird oder wann gegebenenfalls auf ein anderes Produkt gewechselt werden sollte, hängt auch vom jeweiligen Produkt ab.

Worauf ist beim Kälbertränken bei kühlerer Witterung zu achten?

Bei kalten Temperaturen ist die Fütterung der Kälber entsprechend anzupassen. Bei Kälbern, die bis zu drei Wochen alt sind, steigt der Erhaltungsbedarf um 30 Prozent, wenn die Umgebungstemperatur unter 15°C sinkt. Deshalb muss bei kühlerer Witterung muss darauf geachtet werden, dass die Kälber bei jeder Mahlzeit auch ausreichend Nahrung aufnehmen.

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Stand: 05.01.2023