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Schädlinge im Raps

An den jungen Rapspflanzen sind bei der Bestandesbeobachtung schon früh verschiedene Fraßschäden zu finden. Um sie zuordnen zu können, ist das Aufstellen von Gelbschalen im Bestand eine gute und wichtige Unterstützung. Die Gelbschale sollte mit Wasser und etwas Spüli befüllt und mit einem Gitter abgedeckt sein. Ein leichtes Eingraben erhöht die Fängigkeit beim Erdfloh.

Nach einer Sommerpause im August erfolgt der Zuflug des Rapserdflohs auf die Rapsflächen ab Anfang September bei Temp. von ca. 16-20 °C in zwei bis drei Schüben. Dort frisst er zunächst an den Blättern, bevor er meist erst ab Ende September/Anfang Oktober mit der Eiablage beginnt. Bei milder Witterung über Winter kann die aber bis in das Frühjahr andauern. Wüchsiger Raps kann den Fraßschaden in vielen Fällen gut kompensieren, entscheidend ist es, die Eiablage zu verhindern. Da die Wirkung der Pyrethroide in den letzten Jahren immer mehr nachgelassen hat, sollten unnötige, zu frühe Bekämpfungsmaßnahmen möglichst unterbleiben. Häufig reicht eine gezielte Bekämpfungsmaßnahme Anfang Oktober bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes von 50 Käfern/Gelbschale aus, um den Larvenbefall zu reduzieren. Wenn allerdings der Fraßschaden schon ab dem Keimblattstadium erheblich ist durch eine sehr frühe Zuwanderung des Käfers, kann auch eine rechtzeitige Bekämpfung des Käfers notwendig werden (ca. 10% zerstörte Blattfläche). Dabei ist die Wüchsigkeit des Rapses zu berücksichtigen, kleine und schwache Rapspflanzen sind stärker gefährdet.

Wenn es sich bei den Fraßschäden nicht um den für Erdfloh typischen kreisrunden Fensterfraß handelt, sondern eher ein Schaden am Blattrand zu sehen ist, kann dieser durch Schnecken (häufig durch Schleimspuren erkennbar) oder auch durch die Larven der Rübsenblattwespe hervorgerufen werden. Die Rübsenblattwespe legt ihre Eier nach warmen, trockenen Sommern auf die Blätter der aufgelaufenen Rapspflanze ab. Nach ca. einer Woche schlüpfen die Larven und fressen an den Rapsblättern. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 10% geschädigter Blattfläche. Bis ca. zum 4-Blatt Stadium kann die Larve dem Raps gefährlich werden, danach beginnt die Verpuppung der Raupen. In den meisten Jahren bleibt dieser Schädling relativ unbemerkt im Raps, bei stärkerem Auftreten können die Raupen aber einen erheblichen Schaden anrichten.

Empfehlung gegen Rapserdfloh oder Rübsenblattwespe (nur Karate Zeon):

  • 75 ml/ha Karate Zeon (NW 607: 90% = 5m, NT 108, max. 2 Anwendungen)
  • 150 g/ha Hunter (NW 605: 90% = 5m, NT 108, max. 1 Anwendung)
  • 150 ml/ha Shock Down (NW 607: 90% = 5m, NT 108, max. 1 Anwendung)

In milden Herbsten können auch Blattläuse am Raps Schäden anrichten, zum Teil durch die Saugtätigkeit direkt an den Pflanzen, darüber hinaus sind sie Überträger des Wasserrübenvergilbungsvirus (TUYV) im Raps. Der Virus kann zu Ertragseinbußen führen, inzwischen stehen eine Reihe von resistenten Sorten zur Verfügung. Da sich die Blattläuse am Raps vor allem an der Blattunterseite aufhalten, ist eine Bekämpfung mit Pyrethroiden nicht erfolgreich, die Läuse werden nicht getroffen. Die Wirkung von Pyrethroiden gegen die Grüne Pfirsichblattlaus ist darüber hinaus auch durch bereits auftretende Resistenzen stark eingeschränkt.

Empfehlung gegen virusübertragende Blattläuse im Raps:

100 g/ha Teppeki (ländersp. Mindesabstand)

Stand: 2020