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Multitalent Klee - Welche Art passt zu meinem Betrieb?

Der Klee ist ein „Alleskönner“: Die verschiedenen Arten dienen als optimale Futtergrundlage und liefern unter den passenden Bedingungen sichere und hohe Erträge. Zugleich binden sie Stickstoff, fördern die Bodenstruktur und haben eine unkrautverdrängende Wirkung. Doch welche Kleeart eignet sich für welche Nutzung? Und welcher Klee gedeiht auf welchem Standort?

Die richtige Wahl der Kleesorten und -mischungen ist eine Voraussetzung für den Anbauerfolg und gleichermaßen vom Standort und der gewünschten Nutzung abhängig. Klee kann in Hauptfrucht als Reinsaat ohne Partner oder zusammen mit Gräsern als Deckfrucht angebaut werden. Zudem ist Kleeanbau in Winterzwischenfrucht allein oder im Gemisch als Untersaat möglich. Doch welcher Klee kann wie genutzt werden? Welche Sorte wächst auf welchem Boden? Wir stellen die wichtigsten Kleearten vor:

Perserklee: Der anpassungsfähige Futterlieferant

Der Perserklee ist sehr ertragreich und liefert gutes Futter. Als einjährige Kleeart wird der Perserklee als Haupt- und als Zwischenfrucht genutzt. Er eignet sich zudem für die Beweidung und ist hochverdaulich. Der Perserklee ist schnellwüchsig und nach gutem Vorwelken silierfähig. Er kann mehrmals geschnitten werden und ist widerstandsfähig gegen Krankheiten.

Der Perserklee ist anpassungsfähig und kommt auch an schwierigen Standorten zurecht. Er ist dankbar für eine gute Wasserversorgung, übersteht aber auch kürzere Trockenperioden. Die empfohlene Aussaatmenge liegt bei rund 20 bis 25 kg/ha.

Rotklee: Der bodenverbessernde Nährstofflieferant

Der Rotklee wird ein- bis mehrjährig im Futterbau eingesetzt. Er ist winterhart, verträgt jedoch keine strengen Winter mit langanhaltender Schneedecke. Als hochwertige Futterkomponente kann der Rotklee im Ansaatjahr zwei Mal gemäht werden. Im zweiten Jahr verträgt er bis zu vier Schnitte.

Der Rotklee wächst besonders gut auf schweren, lehmhaltigen Böden. Wenn die Bodenfeuchte ausreicht, eignen sich auch sandige Lehmböden. Moor-Standorte und sandige, flachgründige Böden kommen als Standort nicht in Frage. Die empfohlene Aussaatmenge liegt bei 16 bis 20 kg/ha.

Weißklee: Der Lückenschließer für Grünlandflächen

Auch der Weißklee ist eine ein- bis mehrjährige Kleeart. Er ist winterhart, reagiert jedoch empfindlich auf Schneelagen und Kahlfrost. Da der Weißklee häufigem Tritt und Verbiss standhält, ist er als einzige Futterleguminose als ausdauernder Bestandspartner auch für intensive Weiden geeignet. Durch die Ausläufertriebe werden Lücken im Bestand schnell geschlossen.

Der Weißklee gedeiht am besten auf schweren, feuchten Böden. Der Anbau ist jedoch auch auf leichtem Boden möglich. Nur trockene, staunasse und nährstoffarme Böden scheiden aus.

Der Weißklee hat einen ausgezeichneten Futterwert. Bei übermäßigem Verzehr kann es allerdings zu starken Blähwirkungen kommen. Daher wird der Weißklee meist als Partner in Gemengen eingesetzt, zum Beispiel als Bestandteil von Kleegrasgemischen für das Dauergrünland. Reinsaaten eignen sich eher als Gründüngung im Zwischenfruchtanbau. Die empfohlene Aussaatmenge liegt bei 10 bis 12 kg/ha.

Alexandrinerklee: Der schnell wachsende Stickstoffbinder

Der Alexandrinerklee ist aufgrund seiner Frostempfindlichkeit ein einjähriger Klee. Unter günstigen Bedingungen entwickelt er sich im Sommer und Herbst sehr schnell. Als Hauptfrucht liefert der Alexandrinerklee drei bis vier Schnitte und kann als hochwertiges Futtermittel genutzt werden. Er hat sich zudem als wichtiger Gemengepartner im Zwischenfutterbau etabliert, beispielsweise nach Frühkartoffeln, Winterraps und Wintergerste.

Alexandrinerklee gedeiht am besten auf leichten bis mittelschweren, nährstoffreichen Böden. Wichtig ist, dass die Böden nicht sauer und gut mit Wasser versorgt sind. Er braucht regelmäßige und reichliche Niederschläge, in trockenen Jahren geht er ein. Die empfohlene Aussaatmenge liegt bei 28 bis 30 kg/ha.

Inkarnatklee: mit hohem Proteingehalt

Der Inkarnatklee ist eine einjährige Kleeart. Er ist kahlfrostgefährdet und trittempfindlich. Der Inkarnatklee wird genutzt als überwinternde Zwischenfrucht, als Gründüngung, Reinsaat und für die Beweidung. Er vereint einen hohen Futterwert mit raschem Wachstum.

Auf lehmigen Sandböden oder Lehmböden wächst der Inkarnatklee am ertragreichsten. Ein sonniger Standort ist von Vorteil. Trockene Sandböden sowie undurchlässige Ton- oder Moorböden eignen sich nicht. In Mischungen ist der Anbau auch in klimatisch ungünstigeren Lagen möglich.

Aufgrund seiner Konkurrenzschwäche gegenüber anderen Arten empfiehlt es sich, Inkarnatklee in großer Menge auszubringen. Die empfohlene Aussaatmenge liegt bei 25 bis 30 kg/ha.

Stand: 2020

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