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Wichtigster Schädling im Mais: Den Maiszünsler jetzt richtig bekämpfen!

Der Maiszünsler wird im intensiven Maisanbau deutschlandweit immer mehr zum Problem. Mindererträge, schlechtere Futterqualitäten und sogar eine höhere Mykotoxinbelastung des Futters drohen. Beugen Sie diesen Problemen für die kommende Saison jetzt vor: Unmittelbar nach der Maisernte ist der beste Zeitpunkt, um durch die gezielte mechanische Zerkleinerung der Maisstoppeln das Überwintern des Schädlings zu verhindern und so den Befallsdruck 2023 wirkungsvoll zu verringern. Was sollten Sie dafür beachten? Welche Verfahren eignen sich besonders? myAGRAR gibt einen Überblick.

Was macht den Maiszünsler so gefährlich?

Der Maiszünsler ist ein Kleinschmetterling und zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schädlingen an Mais. Durch ihn kommt es vermehrt zu Ertrags- und Qualitätsverlusten. Schätzungen zufolge werden von den Raupen des Maiszünslers weltweit bereits rund vier Prozent der jährlichen Maisernte vernichtet. Innerhalb Deutschlands steigt der Befallsdruck vom Norden in Richtung West- und Süddeutschland deutlich an.

Wie erkennt man einen befallenen Maisbestand?

Wenn der Maisbestand befallen ist, dann können Sie dies an der „Arbeit“ der Larven des Maiszünslers feststellen: Durch sie kommt es zu Bohr- und Fraßschäden am Maisstängel, welche zunächst durch abgebrochene oder geknickte Maisfahnen zum Vorschein kommen. Beim genaueren Hinsehen lassen sich an den Bruchstellen runde Bohrlöcher finden, aus denen Kot und Bohrmehl hervortritt. Auch im Kolben sind in der Regel Fraßgänge und Einbohrlöcher zu erkennen.

Folgen des Maiszünsler-Befalls

Durch das Eindringen der Larven in den Stängel sowie den anschließenden Fraß werden die Wasser- und Nährstoffversorgung der Maispflanze und damit auch die Kornausbildung sowie die gesamte Pflanzenentwicklung massiv beeinträchtigt. Damit sinkt bereits der zu erwartende Ertrag. Zusätzlich werden die Maisstängel instabil. Dadurch gehen bei stärkeren Regenfällen oder Sturm vermehrt Maispflanzen frühzeitig ins Lager.

Qualität und Futterwert leiden durch Pilzbelastung

Durch die von den Larven verursachten Bohrlöcher erhalten Pilze und insbesondere Fusarienarten quasi freien Zugang zur Maispflanze. Dadurch können Stängelfäule und auch Maisbeulenbrand ausgelöst werden. In der Folge steigt das Risiko hinsichtlich einer Belastung des Futters mit Mykotoxinen. Letztendlich leiden auf jeden Fall sowohl die Qualität als auch der Futterwert der Maispartie enorm.

Das Ziel: Möglichst wenig Überwinterungsmöglichkeiten für den Maiszünsler

Entscheidend ist, dass dem Maiszünsler auf dem Feld möglichst wenige Überwinterungsmöglichkeiten in Form nicht beschädigter Maisstoppel geboten werden. Dafür müssen alle verbleibenden Stoppeln so aufgerissen und verkleinert werden, dass die Reste im Winter möglichst sicher verrotten. Dann fehlt dem Zünsler das schützende „Haus“ und der Befallsdruck wird minimiert. Je früher die Bearbeitung erfolgt, desto schneller kann die Rotte der Maisstoppel beginnen und umso besser ist auch der Effekt hinsichtlich der Reduzierung des Befallsdrucks im nächsten Jahr.

Früher Erntezeitpunkt und tiefer Häcksler-Schnitt unterstützen die Bekämpfung nur bedingt

Es hört sich einfach an: Die Silomaisernte wird einfach mit einem möglichst tiefen Stoppelschnitt des Häckslers durchgeführt. Damit verbleiben kaum noch Maisstängel auf dem Feld. Das funktioniert in der Praxis meist allerdings nicht, da ein so tiefer Stoppelschnitt zu erhöhter Verschmutzung der Maissilage führt, was den Futterwert massiv reduziert.

Körnermais und CCM-Mais noch gefährdeter

Je später geerntet wird, umso größer wird das Problem: Zur Körnermais- und Corn-Cob-Mix (CCM)-Ernte sind die meisten Larven schon so weit nach unten in den Maisstängel gedrungen, dass sie kaum noch vom Mähdrescher erfasst werden können. Die Folge: Ohne weitere Bekämpfung kann der Zünsler über die Wintermonate hinweg in den Maisstoppeln auf dem Feld gut überwintern.

Die Kosten im Blick: Welche Technik ist die richtige?

Um Kosten zu minimieren, werden zur Zünslerbekämpfung gern vorhandene Maschinen eingesetzt: Scheibeneggen, Kreiseleggen oder Fräsen führen zu einer guten Vermischung der Ernterückstände im Boden, zerkleinern sie jedoch nur unzureichend. Sie sind eher eine Einsteigerlösung bei geringem Befallsdruck, reichen aber eigentlich nicht aus, um das Problem zu lösen. Cambridgewalzen, Messerwalzen, Prismenwalzen und der Zünslerschreck werden als besser wirksame Methode eingesetzt, indem die Maisstoppeln gequetscht werden.

Mulchen ist eine der effektivsten Bekämpfungsmaßnahmen

Noch effektiver ist das Mulchen der Maisstoppel. Dabei werden die verbliebenen Stoppel weitgehend zerkleinert und aufgerissen, wodurch die Rotte erheblich beschleunigt wird. Zapfwellengetriebene Mulcher lassen sich abhängig von den Bodeneigenschaften und dem Bodenzustand nutzen und bieten hohe Flächenleistungen bei günstigen Kosten.

Herausforderung: In der Spur überfahrene Stoppeln

Ein Problem bleiben bei jedem Verfahren überfahrene Stoppeln in den Fahrspuren des Häckslers und der Transportfahrzeuge. Sie sind für eine mechanische Zerkleinerung nur schwer erreichbar. Das können bei einem zehnreihigen Häcksler und zwei Reihen Fahrspuren bis zu 20 Prozent der Stoppeln sein, die nur unzureichend zerkleinert werden.

Prüfen Sie Ihren Mulcher: Nur scharfe Werkzeuge zerkleinern optimal

Prüfen Sie jetzt, ob die Werkzeuge Ihres Mulchers auch noch kraftvoll „zubeißen“ können. Abgenutzte Schlegel liefern ein unzureichendes Arbeitsergebnis. Tauschen Sie die alten Schlegel jetzt aus. Im myAGRAR-Shop finden Sie zahlreiche Ersatz- und Verschleißteile rund um die Bodenbearbeitung. Passend zu Ihrem Mulcher können Sie dort Schare, Schlegel, Halter, Messer, Schrauben sowie weitere Kleinteile finden. Stöbern Sie selbst:

Sichelmulcher bietet höhere Flächenleistung

Sichelmulcher zeichnen sich vor allem durch ihre großen Arbeitsbreiten aus. Zur intensiven Pflanzenzerkleinerung können Sichelmulcher mit Gegenschneiden ausgestattet werden. So entsteht ein hoher Anteil an Feinmaterial, der schnell verrotten kann. Dadurch, dass die Messer den Boden nicht berühren, werden die Stoppeln in den Fahrspuren jedoch nur unzureichend erreicht.

Schlegelmulcher arbeiten intensiver, brauchen aber mehr Kraft

Schlegelmulcher eignen sich insbesondere, wenn eine hohe Zerkleinerungsintensität und –qualität gefragt ist, wie beispielsweise bei der pfluglosen Bestellung nach Körnermais oder CCM. Vor allem auf Schlegelmesser mit Hammerschlegeln und Gegenschneiden wird dann zurückgegriffen. Die Wirkung gegen den Maiszünsler ist gut. Anders als beim Sichelmulcher sind die verwurzelten Stoppeln kürzer, da Schlegelmulcher durch die aufgehängten Hammerschlegel tiefer gefahren werden können. Der Leistungsbedarf fällt allerdings höher aus. Eine erfolgreiche Bekämpfung der Zünslerlarven gelingt vor allem auf ebenen Flächen.

Unterflurmulcher am Maisgebiss als neuer Trend

In den letzten Jahren konnten schon vermehrt Praxiserfahrungen mit Unterflurmulchern am Maisgebiss gesammelt werden. Unterflurmulcher werden unter dem Maisgebiss montiert. Das große Plus: Alle Stoppeln werden vor dem Überfahren erfasst und ein zusätzlicher Arbeitsgang eingespart. Fragen Sie Ihren Lohnunternehmer, ob er diese Technik bereits anbietet.

 


Das Wichtigste in Kürze:

✅ Auf welchen Standorten lohnt sich der Rapsanbau?

Für den Rapsanbau eignen sich besonders tiefgründige Lehmböden. Bei ausreichenden Niederschlägen bieten sich auch schwere Böden oder humose Sandböden mit guter Nährstoffversorgung an. Auf tonigen Böden mit Neigung zu Staunässe oder sehr leichten und flachgründigen Böden sollte der Rapsanbau jedoch vermieden werden.

Was ist die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Rapsanbau?

Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Rapsanbau ist vor allem eine gute Bodenbearbeitung. Unmittelbar nach der Ernte der Vorfrucht sollte eine flache Stoppelbearbeitung erfolgen, um das Auflaufen des Ausfallgetreides zu fördern. Da der Raps eine schwache Triebkraft aufweist, ist eine flache Ablage des Saatgutes in ein feinkrümeliges, gut abgesetztes und ausreichend feuchtes Saatbett ideal.

Wann wird Raps gesät?

Je nach Klima, Witterung und Boden ist der optimale Zeitpunkt für die Rapsaussaat zwischen Mitte August und Anfang September.

Wann wird Raps gesät?

Raps wird in der Regel auf 1,5 – 2cm Tiefe gedrillt. Die kleinen Körner benötigen nur eine geringe Wassermenge für die Keimung. Bei sehr trockenen Bedingungen kann Raps auch etwas tiefer auf bis zu 3cm gelegt werden. Je tiefer das Saatgut gedrillt wird, desto größer ist jedoch die Gefahr, dass einige Körner nicht auflaufen.


Weiterer Fachbeitrag zum Thema:

So bekämpfen Sie den Maiszünsler

Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) aus der Schmetterlingsfamilie Pyralidae ist der bedeutendste Maisschädling in Deutschland. Der Befall durch den Maiszünsler ist jahrgangsweise sehr unterschiedlich, jedoch tritt der Befall mittlerweile in allen Maisanbaugebieten Deutschlands auf und kann bis zu 50% Ertragsverluste verursachen. 

Stand: 12.09.2022