Lagerhaltung Getreide: Wie bleibt es im Lager gesund?

Die Getreideernte 2021 ist für Landwirte eine echte Herausforderung und Chance zugleich: Das wechselhafte Erntewetter hat dazu geführt, dass viele Partien nicht trocken geerntet werden konnten. Zum Teil staut sich die Ware noch vor den Trocknungen. Gleichzeitig ist der Getreidepreis auf einem 9-Jahres-Hoch angekommen. Das weckt Hoffnungen bei allen Landwirten, die das Getreide einlagern könnten, um damit auf noch höhere Preise zu spekulieren. Worauf müssen Sie jetzt achten, damit Sie die nötige Qualität der Getreidepartien erhalten und Sie die Verkaufschancen später auch tatsächlich nutzen können? myAGRAR gibt Ihnen Tipps für die erfolgreiche Getreidelagerung.


Getreidelager nochmals prüfen

Prüfen Sie ihr Getreidelager jetzt nochmals auf Mängel, undichte Stellen und Sauberkeit. Je höher der Getreidepreis, umso mehr lohnt es sich, hier Vorsicht walten zu lassen und notfalls auch noch einmal umzulagern, wenn es in der Ernte zu Pannen gekommen ist oder das Lager nicht mehr grundlegend gereinigt werden konnte. Eine verschmutzte oder verdorbene Getreidepartie wird bei der Abrechnung mit erheblichen Abzügen bestraft und ist immer ein Verlustgeschäft. Ob Sie kostengünstig ins Flachlager in der Halle oder Scheune einlagern oder Rundsilos nutzen können, jede Variante der Getreidelagerung hat ihren Vorteil. Entscheidend für den Lager- und Verkaufserfolg sind letztendlich der aktuelle Zustand des Lagers und mögliche Außeneinflüsse.


Schützen Sie das Getreidelager vor Schädlingen

Altgetreide oder Staub müssen vorab entfernt werden und das Lager muss gegen Feuchtigkeit geschützt sein. Vögel, Mäuse und Käfer dürfen keinen Zugang zum Getreide haben. Falls trotzdem Eindringlinge im Getreide sitzen, dann müssen Sie unbedingt handeln oder das Getreide sofort auslagern. Wenn Insektizide gegen Getreideschädlinge eingesetzt werden müssen, dann sind zwingend die Vorgaben bezüglich der erlaubten Aufwandmengen und die Zeitabstände zwischen den Anwendungen einzuhalten.  


Welche Insektizide helfen gegen Getreideschädlinge?

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Insektizid bei insektenbefallenem Getreide:

Wirkstoff:
25 g/l Deltamethrin
225 g/l Piperonylbutoxid

Zugelassene Kulturen:
- Hülsenfrüchte (trocken)
- Vorratslagerndes Getreide

Einsatzempfehlung im Getreide:

Bis 6 Monate Schutzdauer:
1 Liter K-Obiol in 99 Liter Wasser/100 t

Bis 12 Monate Schutzdauer:
2 Liter K-Obiol in 98 Liter Wasser/100 t

  1. Dedevap plus Dedevap plus
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    85,36 € / 1 l

Insektizid als Nebelautomat gegen Vorratsschädlinge:

Wirkstoff:
8,0 g/l Pyrethrine
48,0 g/l Piperonylbutoxid

Zugelassene Kulturen:
- Räumen

Einsatzempfehlung im Getreide:

Ein Nebelautomat reicht für 666 m3 Raumvolumen gegen Schadmottenfalter wie Dörrobstmotten, Mehlmotten, Getreidemotten, Speichermotten, Tropische Speichermotten u.v.a

Vor der Anwendung eines Pflanzenschutzmittels ist grundsätzlich die Gebrauchsanleitung des Herstellers zu beachten.


Temperatur und Feuchtegehalt müssen stimmen

Mit Hilfe von Trocknungsanlagen, Thermometern und Kühlgeräten können vor der Einlagerung und während der Lagersaison Temperatur und Feuchtegehalt geregelt werden. Das Problem: Nach dem Drusch erzeugen die Körner Feuchtigkeit und Wärme. Es herrschen Temperaturen zwischen 20 °C und 25 °C. Mit Kaltluft kann das Getreide belüftet und langfristig auf unter 10 °C heruntergekühlt werden. Bei unter 10 °C haben Insekten keine Chance sich zu vermehren, auch Milben vermehren sich dann nur sehr langsam.

Natürliche Keimflora im Getreide unter Kontrolle behalten

Getreidekörner sind mit einer natürlichen Keimflora, bestehend aus Hefen, Bakterien und Schimmelpilzen, besetzt. Solange bei Weizen, Roggen und Gerste 14 % Feuchtigkeitsgehalt und bei Hafer sowie Körnerleguminosen 12 % nicht überschritten werden, ist das Getreide auch bei sommerlichen Temperaturen über Monate lagerfähig.


Kontrolle auch während der Lagerung

Die Qualität des Getreides sollte auch während der Lagerung in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Dies beinhaltet Temperatur- und Luftfeuchtemessungen oder auch sensorische Überprüfungen, die der Landwirt jederzeit selbst durchführen kann. Durch das Riechen, Schmecken, Fühlen, Betrachten des Getreidebestandes und selbst des Klangs der Getreidekörner, können möglicher Schimmel, Krankheiten oder Lagerpilze frühzeitig entdeckt werden. Reagieren Sie sofort, wenn Probleme auftreten. Notfalls sollten Sie die Partie auslagern und erneut aufbereiten, um einen vollständigen Verderb zu vermeiden.


Nutzen Sie ein neues Getreidefeuchtmessgerät

Kontrollieren Sie die Getreidefeuchte auf jeden Fall vor der Einlagerung und wenn Sie Zweifel haben, ob das Getreide im Lager tatsächlich trocken ist. Für eine optimale Bestimmung des Feuchtegehalts finden Sie im myAGRAR-Shop drei Feuchtemessgeräte für Getreide:

GRANIT Getreidefeuchte-/Gewichtmesser Wile 200
  • Messung der Feuchtigkeit, Temperatur und des Hektolitergewicht
  • Kontrolle, ob beim Dreschen, Trocknen oder Lager
  • ausgezeichnete Reproduzierbarkeit
GRANIT Getreidefeuchtemessgerät Farmex MT Pro Plus
  • tragbares Feuchtigkeitsmessgerät für z.B. Getreide, Mais, Raps, Erbsen und Sonderkulturen
  • Messbereich von 5 bis 40 % (kulturabhängig)
  • Messgenauigkeit + / - 0,5 %
GRANIT Getreidefeuchtemessgerät
  • misst Feuchtegehalt von vielen Getreidekörnern und Ölsaaten

  • kleine Probengröße eignet sich für jede Verwendung, auch für die Zeit vor der Ernte

  • automatische Berechnung von Durchschnittsergebnissen

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Drillmaschine fit für die Herbstbestellung

Nach der Getreideernte steht für viele Landwirte die Aussaat von Raps, Getreide, Zwischenfrüchten, Hülsenfrüchten sowie Dauerwiesen- und Kleegrasmischungen an. Je nach Klima, Bodenbeschaffenheit, Saatzeitpunkt oder auch Aussaatstärke wird auf mechanisches oder pneumatisches Drillen gesetzt und zwischen Pflugsaat und Mulchsaat gewählt.

Das Wichtigste in Kürze:

✅Worauf kommt es bei der Lagerung von Getreide hauptsächlich an?

Entscheidend für die erfolgreiche Getreidelagerung ist, dass der Feuchtigkeitsgehalt von Weizen, Roggen und Gerste bei der Einlagerung höchstens bei 14 % liegt und bei Hafer sowie Körnerleguminosen 12 % nicht überschreitet, sonst drohen das Erwärmen der Getreidepartie und Schimmelbefall. Feuchteres Getreide darf auf gar keinen Fall eingelagert werden. Und nur, wenn das Getreidelager selbst sauber ist, kann nachträglichen Verunreinigungen des Getreides entgegengewirkt werden.

✅Wie kann man Getreide erfolgreich selbst auf dem Hof lagern?

Flachlager in Hallen oder Scheunen sind zwar kostengünstig, müssen aber trocken, hygienisch sauber und vor Vögeln, Mäusen und Käfer geschützt sein. Rundsilos sowie Hochsilos für die Lagerung von Getreide sind zwar teurer, bieten aber durch die geschlossene Lagerung in diesen Punkten klare Vorteile und schützen damit vor Verlusten. Vor der Einlagerung muss jedes Lager gereinigt werden. Wichtigster Tipp: Bei Schädlingsbefall muss auf jeden Fall gehandelt werden. Dann sind geeignete, zugelassene Mittel einzusetzen.

✅Was tun, wenn Schädlinge im Getreide sitzen?

Für die Bekämpfung von Getreide mit Vorratsschädlingen hat myAGRAR speziell für die Getreidelagerung ein Insektizid im Programm: K Obiol EC 25 1l online kaufen. Darüber hinaus wird ein Insektizid in Form eines Nebelautomaten zur Bekämpfung von vorratsschädlichen Käfern und Mottenfaltern angeboten: Dedevap plus 0,5l online kaufen.

Stand: 2021