Getreide sicher und verlustfrei lagern

Wenn die Getreideernte zu einem späteren Zeitpunkt vermarktet werden soll, werden die Körner zunächst eingelagert. Um die Qualität des Getreides zu erhalten, gilt es einige Punkte zu berücksichtigen: Wie werden die Körner optimal gereinigt und getrocknet? Worauf kommt es bei der Lagerform an? Was muss bei der Belüftung und Kühlung beachtet werden? Welche Voraussetzungen sind wirklich zwingend erforderlich und worauf kann verzichtet werden? Hier finden Sie Tipps im Überblick.

Durch relativ hohe Getreidepreise der letzten Jahre ist es für Landwirte immer attraktiver geworden, die Ernte nicht mehr sofort zu verkaufen, sondern das Getreide zunächst einzulagern, um dann zu einem späteren Zeitpunkt einen deutlich höheren Gewinn zu erzielen. Getreide ist jedoch ein sehr sensibles Lebensmittel. Um Qualitäts- und Mengenverluste zu vermeiden, ist eine erfolgreiche Getreidelagerung daher essentiell.

Lager im Vorhinein überprüfen

Vor der Getreideernte sollte das Lager auf Mängel, undichte Stellen und Sauberkeit überprüft werden. Zu den gängigsten Lagerformen zählen Flachlager in Hallen oder Scheunen sowie Rund-/ Hochsilos im Außenbereich. Je nach Platz- oder Gebäudeangebot, wird die Lagerform für jeden Betrieb individuell entschieden. Entscheidend sind letztendlich der aktuelle Zustand und mögliche Außeneinflüsse. Altgetreide oder Staub müssen vorab entfernt werden und das Lager muss gegen Feuchtigkeit geschützt sein. Vögel, Mäuse und Käfer dürfen keinen Zugang zum Getreide haben. Falls trotzdem Eindringlinge im Getreide sitzen, müssen im Falle einer chemischen Behandlung unbedingt erlaubte Menge und Zeitabstände eingehalten werden. MyAGRAR hat ein Insektizid speziell für die Lagerung von Getreide entwickelt: K Obiol EC 25. Darüber hinaus wird ein Insektizid in Form eines Nebelautomaten zur Bekämpfung von vorratsschädlichen Käfern und Mottenfaltern angeboten: Dedevap plus.

Sauberkeit von der Ein- bis zur Auslagerung

Sauberkeit zählt neben Temperatur und Feuchtegehalt zu den wichtigsten Parametern bei der Lagerung von Getreide. Nur, wenn das Getreidelager sauber ist, kann Verunreinigungen entgegen gewirkt werden. Blätter, Erde oder Pilze sollten vor der Einlagerung entfernt werden, Kotablagerungen durch Schädlinge vorab durch Abdichtungen verhindert werden.

Temperatur und Feuchtegehalt müssen stimmen

Mit Hilfe von Trocknungsanlagen, Thermometern und Kühlgeräten können Temperatur und Feuchtegehalt geregelt werden. Nach dem Drusch erzeugen die Körner Feuchtigkeit und Wärme. Es herrschen Temperaturen zwischen 20 °C und 25 °C. Mit Kaltluft kann das Getreide belüftet und langfristig auf unter 10 °C heruntergekühlt werden. Bei unter 10 °C haben Insekten keine Chance sich zu vermehren, auch Milben vermehren sich dann nur sehr langsam.

Über die Wintermonate kann Warmluft über eine Lagerbelüftungstrocknung zugeführt werden. Eine Lagerbelüftungstrocknung ist angebracht, wenn die absolute Feuchtigkeit des Erntegutes unter 19 % liegt und Getreide in großen homogenen Mengen anfällt.

Der Schwitzprozess sollte unbedingt vor der eigentlichen Trocknung ablaufen. Bei einer noch nicht vollständigen Ausreifung der Getreidekörner kommt es zur Schwitzwasserbildung und das Getreide erwärmt sich. Optimal für diesen Prozess ist ein Feuchtegehalt von unter 22 % und eine Schwitzdauer von maximal 24 Stunden.

Getreidekörner sind mit einer natürlichen Keimflora, bestehend aus Hefen, Bakterien und Schimmelpilzen, besetzt. Solange bei Weizen, Roggen und Gerste 14 % Feuchtigkeitsgehalt und bei Hafer sowie Körnerleguminosen 12 % nicht überschritten werden, ist das Getreide auch bei sommerlichen Temperaturen über Monate lagerfähig.

Kontrolle auch während der Lagerung

Die Qualität des Getreides sollte auch während der Lagerung in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Dies beinhaltet Temperatur- und Luftfeuchtemessungen oder auch sensorische Überprüfungen, die der Landwirt jederzeit selbst durchführen kann. Durch das Riechen, Schmecken, Fühlen, Betrachten des Getreidebestandes und selbst des Klangs der Getreidekörner, können möglicher Schimmel, Krankheiten oder Lagerpilze frühzeitig entdeckt werden.

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Das Wichtigste in Kürze:

✅Worauf kommt es bei der Lagerung von Getreide hauptsächlich an?

Entscheidend für die erfolgreiche Getreidelagerung ist, dass der Feuchtigkeitsgehalt von Weizen, Roggen und Gerste bei der Einlagerung höchstens bei 14 % liegt und bei Hafer sowie Körnerleguminosen 12 % nicht überschreitet, sonst droht Schimmelbefall. Feuchteres Getreide darf auf gar keinen Fall eingelagert werden. Und nur, wenn das Getreidelager selbst sauber ist, kann nachträglichen Verunreinigungen des Getreides entgegengewirkt werden.

✅Wie kann man Getreide erfolgreich selbst auf dem Hof lagern?

Flachlager in Hallen oder Scheunen sind zwar kostengünstig, müssen aber trocken, hygienisch sauber und vor Vögeln, Mäusen und Käfer geschützt sein. Rundsilos sowie Hochsilos für die Lagerung von Getreide sind zwar teurer, bieten aber durch die geschlossene Lagerung in diesen Punkten klare Vorteile und schützen damit vor Verlusten. Vor der Einlagerung muss jedes Lager gereinigt werden. Wichtigster Tipp: Bei Schädlingsbefall muss auf jeden Fall gehandelt werden. Dann sind geeignete, zugelassene Mittel einzusetzen.

✅Was tun, wenn Schädlinge im Getreide sitzen?

Für die Bekämpfung von Getreide mit Vorratsschädlingen hat myAGRAR speziell für die Getreidelagerung ein Insektizid im Programm: K Obiol EC 25 1 l online kaufen. Darüber hinaus wird ein Insektizid in Form eines Nebelautomaten zur Bekämpfung von vorratsschädlichen Käfern und Mottenfaltern angeboten: Dedevap plus 0,5 l online kaufen.

Stand: 2020