Situation SommergetreideSituation Sommergetreide

Hinweis zum Rapsumbruch

Je nach Niederschlag hat sich der Raps seit Ende August sehr unterschiedlich entwickelt. Viele Bestände zeigen sich recht wüchsig, es gibt aber auch durchaus Flächen, wo noch eine Entscheidung über den Umbruch ansteht. Wichtigster Faktor bei dieser Entscheidung ist, ob die Rapspflanzen noch eine ausreichende Vorwinterentwicklung erreichen können oder nicht.

Idealerweise sollte der Raps bis zum Vegetationsende 10-12 Blätter ausgebildet haben, eine kräftige Wurzel (Wurzelhalsdurchmesser 8-10 mm) und eine tief sitzende Rosette ohne Stängelbildung. Bleibt es jetzt noch einigermaßen warm (Tagesdurchschnitt >10°C), gilt als Faustregel, dass der Raps ca. 1 Laubblatt pro Woche bildet.

Auch die Standraumverteilung ist ein Entscheidungskriterium für oder gegen den Umbruch. Gut verteilte Pflanzen (15-20 Pflanzen pro m²) können noch hohe Erträge liefern, allerdings gilt diese Zahl eher für das Frühjahr. Auswinterungsverluste durch Frost, Schädlingsbefall etc. sind heute noch nicht abzusschätzen.

Ein Umbruch ist ratsam bei:

  • weniger als 15 Pflanzen pro m² mit 2-4 Laubblättern bis Anfang/Mitte Oktober
  • weniger als 25 Pflanzen pro m² mit < 2 Laubblättern bis Anfang/Mitte Oktober
  • und zusätzlich bei schlechter Standraumverteilung

Ist die Entscheidung für einen Umbruch gefallen, ist zu berücksichtigen, welche Herbizidmaßnahmen im Raps bereits durchgeführt worden sind.

Bei metazachlorhaltigen Produkten (z.B. Fuego, Fuego Top, Butisan Kombi, Butisan Gold) und clomazonehaltigen Produkten (z.B. Clomazone 360 CS, Gamit 36 AMT, Colzor Trio, u.a.):

Vor der Aussaat von Getreide nach Rapsumbruch im Herbst ist ein vorheriges Pflügen (20cm tief) notwendig. Im Frühjahr ist der Nachbau von Sommergetreide, Mais oder Leguminosen möglich.

Stomp Aqua im Vorauflauf:

Bei Umbruch im Herbst und Ansaat von Wintergetreide muss gepflügt werden (mindestens 20 cm tief mit Vorschälern). Im Frühjahr können Sommerweizen (auch Durum), Sommergerste, Mais, Kartoffeln, Ackerbohnen, Erbsen, Rotklee, Luzerne, Soja und Sonnenblumen nachgebaut werden. Vor der Neueinsaat sollte die obere Krume (ca. 10–15 cm) gut durchmischt werden.

Runway im Vorauflauf:

Bei vorzeitigem Umbruch sind Schäden an nachgebauten Kulturen möglich. Es können nur Getreide, Mais oder Futtergräser nachgebaut werden.

Ist im Herbst bereits Stickstoff im Raps gedüngt worden, ist zu beachten, dass beim Getreide in der aktuellen DüVO nur für die Gerste eine N-Düngung im Herbst erlaubt ist. Im Weizen ist keine N-Düngung im Herbst erlaubt.

Stand: 2018