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Getreideherbizide im Frühjahr

Nachdem der Februar bereits mit frühlingshaften Temperaturen gestartet ist, zeigt sich der März jetzt zunächst kühler und nasser. Zur Zeit sieht es nicht danach aus, als würde es noch einen Wintereinbruch geben. Nach den trockenen Bedingungen im letzten Jahr ist der Regen jetzt grundsätzlich gut für die Entwicklung der Kulturen. In vielen Getreidebeständen sind noch Ungräser und Unkräuter zu bekämpfen, dafür stehen verschieden Herbizide im Frühjahr zur Verfügung. Wenn möglich, sollten die Herbizidanwendungen frühzeitig vor den Wachstumsregler- und Fungizidmaßnahmen durchgeführt werden, um später Probleme mit Mischbarkeiten oder der Kulturverträglichkeit zu vermeiden.

Empfehlung zur Bekämpfung von Ungräsern und Unkräutern im Getreide (Frühjahr)

Schwer bekämpfbarer Ackerfuchsschwanz in Winterweizen und Triticale:

  • 330 g/ha Atlantis Flex + 1,0 l/ha Biopower + 30 l/ha AHL (oder 10 kg/ha SSA) (NW 605: 75%=*, NW 800, NW 701, NT 103)

Ackerfuchsschwanz in Roggen:

  • 200 g/ha Atlantis Flex + 0,6 l/ha Biopower + 30 l/ha AHL (oder 10 kg/ha SSA) (NW 605: 75%=*, NW 800, NW 701, NT 103)

Ackerfuchsschwanz und Weidelgras in Wintergerste:

  • 1,2 l/ha Axial 50 EC (NT 101)

Windhalm und Unkräuter in Weizen, Roggen und Triticale:

  • 130 g/ha Broadway + 0,6 l/ha FHS (NT 101) oder
  • 200 ml/ha Husar Plus (erfasst auch Weidelgras und jährige Rispe) (NW 605: 75%=*, NW 800, NT 108)

Trespe, Weidelgras, Ackerfuchsschwanz (sensitiv) und Unkräuter in Weizen, Roggen und Triticale:

  • 1,8 l/ha Avoxa (NW 605: 90%=*, NT 109) + 100 ml/ha Saracen (NT 109) oder
  • 220 g/ha Broadway + 1,0 l/ha FHS (NT 102)


Empfehlung zur Bekämpfung von Unkräutern im Getreide (Frühjahr)

Mischverunkrautung (Vogelmiere, Kamille, Ausfallraps, Klette):

  • 75 – 150 ml/ha Saracen (NT 109)

Mischverunkrautung und Mohn, Kornblume, Knöterich sowie stumpfer Ampfer:

  • 1,0 – 1,5 l/ha Ariane C (NT 103) oder
  • 0,75 – 1,0 l/ha Zypar (auch gegen Storchschnabel) (NW 605: 90% =* ; NW 706, NT 102)

Mischverunkrautung und Hundskerbel sowie Storchschnabel:

  • 35 g/ha Dirigent SX (bei Klette + 0,5 l/ha Fluroxane (NT 103)) (NW 609: 50%=*, NW 701, NT 103) oder
  • 20 g/ha Boudha (bei Klette + 0,5 l/ha Fluroxane (NT 103)) (NW 609: 50%=*, NT 103) oder
  • 50 g/ha Pointer Plus (NW 605: 75%=*, NT 108)

Empfehlung zur Bekämpfung spezieller Unkräuter (Frühjahr)

Windenknöterich, Vogelknöterich:

  • 1,0 l/ha Ariane C (NT 103) oder
  • 100 g/ha Concert SX (NW 605: 90%=5m, NW 706, NW 800, NT 102) -> nicht in Gerste!

Erdrauch:

  • 0,75 l/ha Zypar (NW 605: 90% =* ; NW 706, NT 102)

Ehrenpreis, Erdrauch:

  • 50 g/ha Artus (NW 609: 50%=*, NT 102)

Distel, Buchweizen, Kompasslattich:

  • 1,0 – 1,5 l/ha Ariane C (NT 103)


Hinweis zum Ausgangsbefall mit Pilzkrankheiten im Getreide

In den Getreidebeständen ist schon jetzt vielfach ein deutlicher Befall mit Mehltau, Septoria tritici, Rost sowie in der Gerste auch Zwergrost und Netzflecken zu finden. Für eine Bekämpfungsmaßnahme ist es jedoch noch zu früh. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen aber, dass vor allem bei Mehltau ein rechtzeitiges „Saubermachen“ zum Ende der Bestockung sinnvoll ist, um später nicht immer dem Befall hinterherzulaufen. Dieses gilt besonders für den Weizen. Bewährt haben sich dafür vor allem die Morpholine/Piperidine mit mehltaustoppender Wirkung, wie z.B. Zenit M oder Corbel. Zenit M wurde 2018 letztmalig verkauft und kann in diesem Jahr noch aufgebraucht werden, Corbel wird in 2019 abverkauft, die Zulassung endet am 30.04.2019. Die Warenverfügbarkeit ist begrenzt, Corbel ist bereits jetzt weitestgehend ausverkauft. Talius und Vegas wirken vor allem vorbeugend, bei dem vorhandenen Mehltaubefall brauchen sie entweder einen Mischpartner oder sollten erst später eingesetzt werden, wenn der erste Mehltaubefall mit kurativen Produkten zurückgedrängt wurde.


Alternativen zu reinen Morpholinprodukten wie Corbel oder Zenit M

Kombinationen aus Mehltaustoppern und Azolen stehen zur Zeit noch zur Verfügung. Für den frühen Einsatz im Getreide (Ende der Bestockung) sollte dabei eine ausreichende Menge an Mehltauwirkstoff zum Einsatz kommen, d.h. mind. 200 g/ha Fenpropimorph, Spiroxamine oder Fenpropidin. Dabei ist auch auf die Zulassung zu achten, einige Produkte (z.B. Gladio oder Kantik) sind erst ab Schossbeginn zugelassen. Mischprodukte mit 3 Wirkstoffen, wie z.B. Capalo eignen sich eher für die Anwendung ab Schossbeginn, um die Wirkung auf Halmbruch mit ausschöpfen zu können.

Empfehlung für die erste Anwendung (Bestockungsende) gegen Mehltau und Rost:

  • 0,8 l/ha Pronto Plus (200 g/ha Spiroaxime, 106 g/ha Tebuconazole), (NW 607: 90%=15m, NW 706, NT 101) oder
  • 0,8 l/ha Opus Top (200 g/ha Fenpropimorph, 67,2 g/ha Epoxiconazol), (NW 605: 90%=5m, NW 701)

*länderspezifischer Mindestabstand

Stand: 2019