Blattkrankheiten in Zuckerrüben

Ab Mitte Juli sollten die Zuckerrübenbestände regelmäßig auf Blattkrankheiten kontrolliert werden. Entscheidend ist eine rechtzeitige Behandlung bei auftretendem Befall, um die Ausbreitung der Pilzkrankheiten auf den Blättern der Rüben zu vermeiden. In der Regel ist eine einmalige Behandlung ausreichend, die Bestandeskontrollen sollten nach der ersten Behandlung aber weiterhin durchgeführt werden. Bei Überschreiten der Bekämpfungsschwellen ist ggf. eine weitere Behandlung notwendig.

Die Bekämpfungsschwellen der Pilzkrankheiten sind abhängig vom Vegetationstermin:

Frühinfektion bis 31. Juli:
5% befallene Blätter
Hauptinfektion 01.-15. August:
15% befallene Blätter
Spätinfektion ab 15. August:
45% befallene Blätter


Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Pilzkrankheiten ist zunächst eine sichere Diagnose der Blattkrankheiten notwendig. Cercospora, Ramularia, Echter Mehltau und Rost sind bekämpfungswürdige Krankheiten, die in den Rüben auftauchen können.

Cercorpora beticola ist die wichtigste Pilzkrankheit im Zuckerrübenanbau. Sie tritt vor allem in Regionen mit häufigem Niederschlag und Temperaturen von 20-25 °C auf. Die rundlichen, ca. 3 mm großen Blattflecken haben einen rot-braunen Rand und sind im Inneren grau. Die Flecken fließen später ineinander, auf den Flecken sind mit der Lupe schwarze Punkte erkennbar.

Ramularia beticola hat etwas geringere Temperaturansprüche als Cercospora (10-15 °C). Die unregelmäßigen Flecken sind bis zu 10mm groß, sie sind im Innern hellbraun mit einem dunkelbraunen Rand. Mit der Lupe ist ein weißer Pilzbelag auf den Flecken erkennbar.

Der Echte Mehltau (Erysiphe betae) bildet zunächst grauweiße Pusteln auf der Blattoberseite, die befallenen Blätter sterben später ab. Die Krankheit tritt vor allem bei heißen Temperaturen in trockenen Sommern auf. Hohe Luftfeuchtigkeit fördert die Verbreitung des Pilzes.

Der Rübenrost (Uromyces betae) tritt meist erst relativ spät in Erscheinung, die Krankheit ist im Vergleich zu Cercorpora und Ramularia deutlich weniger ertragsrelevant. Zu erkennen ist der Rost an den typischen rostbraunen, 1mm großen Pusteln.
Andere Krankheiten wie Verticillium, Falscher Mehltau oder auch Phoma können im Rübenanbau nicht bekämpft werden.

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Zur Bekämpfung der Blattkrankheiten stehen eine Reihe von Fungiziden zur Verfügung. In den letzten Jahren ist es aber vor allem bei Cercospora vermehrt zu Resistenzen gegen Strobilurinen gekommen und auch die Azole scheinen in ihrer Wirkung abzunehmen. Ein gutes Resistenzmanagement ist daher wichtig, um die Wirkung der Fungizide noch möglichst lange zu erhalten. Neben dem Anbau Cercospora-toleranter Sorten ist vor allem das Cercospora Monitoring zu beachten, dass das Befallsgeschehen in Abhängigkeit von der Witterung anzeigt. Im Internet werden die Befallsprognosen unter https://www.liz-online.de/ oder www.isip.de veröffentlicht.Für die Bekämpfung von Cercospora wird für die erste Behandlung eine Kombination aus Strobilurin + Azolpartner empfohlen, in Spritzfolgen ist ein Wirkstoffwechsel bei den Azolen einzuplanen. Aufwandmengenreduktionen sind zu vermeiden.

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    250 g/l Azoxystrobin
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  • Auflagen:
    NW 605: 75%=*, NW 705
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Stand: 2021
* = länderspezifischer Mindestabstand