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Propyzamid im Raps

Auf Standorten mit Ackerfuchsschwanz oder Trespen ist die Anwendung des Wirkstoffes Propyzamid im Raps ein wesentliches Mittel, um die Entwicklung dieser schwer bekämpfbaren Ungräser zu begrenzen. Der Wirkstoff stellt einen wichtigen Beitrag im Resistenzmanagement dar, da er einen anderen Wirkungsmechanismus besitzt als alle anderen Gräsermittel in der Fruchtfolge. Propyzamid wirkt ausschließlich über den Boden, er wird nur wenig verlagert und verbleibt in den oberen 3-5 cm des Bodens. Ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist Voraussetzung für eine gute Wirkung. Bei Kälte ist der Wirkstoff relativ stabil, bei wärmeren Temperaturen wird er dagegen zügig abgebaut. Die Aufnahme erfolgt über die Wurzeln der Ungräser.

Wann ist der günstigste Einsatztermin für Propyzamid im Raps?

Die Wirkungssicherheit propyzamidhaltiger Mittel ist immer ein Kompromiss aus Bodenfeuchtigkeit, Temperatur und Größe des Ackerfuchsschwanzes. Die Ungräser dürfen nicht zu groß sein, damit die Wurzeln nicht schon aus der Wirkstoffzone herausgewachsen sind, gleichzeitig sollte es nach der Anwendung möglichst kühl und feucht sein.

Die durchschnittlichen Tagestemperaturen sollten möglichst dauerhaft unter 5°C liegen (Bodentemperaturen unter 10°C). Meistens sind diese Bedingungen erst ab Mitte November gegeben. Wenn der Ackerfuchsschwanz noch klein ist, ist es daher oft besser, mit der Propyzamidanwendung zu warten, bis die Einsatzbedingungen dauerhaft günstig sind, auch wenn das erst im Dezember oder Januar der Fall sein sollte. Eine frühere Anwendung ab Ende Oktober macht eigentlich nur Sinn, wenn der Ackerfuchsschwanz zu groß wird und „davon wächst“, sodass der Wirkstoff nicht mehr ausreichend angreifen kann. Dann sollte aber auf jeden Fall ausreichend Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung vorhanden sein, zusätzlich hilft es, wenn direkt nachfolgend noch Regen fällt.

Die Anwendung sollte am besten auf feuchten Boden mit grobtropfigen Düsen erfolgen, so dass der Wirkstoff von den Blättern abgewaschen werden kann. Die Wirkung des Herbizides zeigt sich erst im Februar/März, der Ackerfuchsschwanz ist dann im unteren Halmbereich verdickt und lässt sich leicht aus der Erde ziehen. Es gibt gegen Propyzamid noch keine Resistenzerscheinungen, unzureichende Wirkungsgrade sind begründet in suboptimalen Anwendungsbedingungen.

Es stehen mehrere propyzamidhaltige Produkte im Raps zur Verfügung, die sich vor allem durch den Zulassungsumfang in verschiedenen Kulturen unterscheiden, sie enthalten alle 400 g/l Wirkstoff. Das Produkt Milestone (DOW) enthält neben Propyzamid zusätzlich Aminopyralid und verbreitert damit die Wirkung gegen Kamille, Mohn, Kornblume (und Stiefmütterchen).


Unsere Empfehlungen

Ackerfuchsschwanz (einschließlich resistenter Typen) auf schweren Böden:

  • 1,875 l/ha Napus (NT 101)
  • 1,875 l/ha Kerb Flo (NT 101)
  • 1,875 l/ha Cohort (NT 102; VV215*)
  • 1,875 l/ha Groove (NT 101)

Ackerfuchsschwanz inklusive Kamille, Mohn, Kornblume, (Ehrenpreis, Stiefmütterchen):

  • 1,5 l/ha Milestone (NT 101)

Stand: 2019