Gut für Gründland, Pferd und Halter: Warum Landwirte und Pferdehalter kooperieren sollten

Zur Aussaat von Mischungen von entsprechenden Ober- und Untergräsern für Pferdewiesen und -weiden eignet sich sowohl das zeitige Frühjahr als auch der Herbst. Für eine Neuansaat sollten etwa 30 bis 40 Kilogramm pro Hektar angesät werden, für eine Nachsaat etwa knapp die Hälfte, je nach Größe der Fehlstellen.

Gräser sind Lichtkeimer, die Ablagetiefe sollte daher bei einem Zentimeter liegen. Ein Anwalzen wirkt sich günstig aus, auch zur Eindämmung von Vogelfraß. Bei Der Nachsaat empfiehlt sich ein anschließendender Pflegeschnitt im Mai, um die vorhandene Vegetation einzukürzen, damit die anwachsende Nachsaat bessere Chancen hat.

Für eine gute Grasnarbe sollte diese nicht überweidet werden und möglichst nicht unter sechs Zentimeter Wuchshöhe kommen: Im Gegensatz zu Kühen, die im Kiefer nur unten Schneidezähne haben, verbeißen Pferde die Vegetation viel kürzer und auch selektiver. Nur bei kurzen Fress- und langen Ruhezeiten kann sich die Narbe entsprechend regenerieren, dann halten sich auch Trittschäden in Grenzen. Zur Narbenschonung sollte daher auch nicht bei nassen Bedingungen geweidet werden, denn auf durch Tritt verursachten Fehlstellen siedeln sich bevorzugt Ampfer, Brennessel sowie unerwünschte Gräser wie die Gemeinde Rispe an. Empfehlenswert ist nach einer Beweidung ein Säuberungsschnitt. Bewährt hat sich zudem ein Wechsel von Beweidungs- und Schnittnutzungen. Pferdegrünland sollte im Frühjahr moderat angedüngt und ansonsten nach Nährstoffentzug gedüngt werden.

Heinrich Bätke nutzt seine Pferdeweide für drei Umtriebe im Jahr, gedüngt wird mit 100 kg N/ha, außerdem Grunddünger (Phosphor, Kalium, Magnesium) und Kalk für den optimalen pH-Wert nach Bedarfsanalyse über Bodenproben. Nachgesät wird bei ihm grundsätzlich jedes Jahr, zudem steht alle drei bis vier Jahre eine Unkrautbekämpfung an - meist nur selektiv mit der Rückenspritze (Sachkundenachweis erforderlich!), um die gewünschten Kräuter in der Fläche zu halten. Auf zur Mahd vorgesehenen Flächen muss tendenziell weniger nachgesät werden: „Durch die späte Mahd ab der zweiten Juniwoche haben die gewünschten, wertvollen Obergräser bereits ausgesamt.“

Bätkes Tipp: „Viele private Pferdehalter haben weder die Ausbildung noch die Technik, dass sie ihr Grünland optimal bewirtschaften können.“ Typische Fehler seien zu hohe Besatzdichten und in der Folge Trittschäden (dort etablieren sich bevorzugt Ungräser und -kräuter), eine zu intensive Beweidung, mangelnde Nachsaat, fehlende Unkrautbekämpfung sowie ausbleibende (Grund-)Düngung. „Empfehlenswert ist daher die Kooperation mit einem landwirtschaftlichen Betrieb vor Ort. Das ist gut fürs Grünland, gut fürs Pferd und so letztendlich auch für den Halter.“

Christian Mühlhausen

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Stand: 2020