Winterraps: Jetzt Ausfallgetreide und Ungräser richtig bekämpfen!
Winterraps: Jetzt Ausfallgetreide und Ungräser richtig bekämpfen!
BAT Agrar Pflanzenbauberatung
myAGRAR ist Teil der BAT Gruppe
Stand: 22.09.2026
Aufgrund trockener Böden und ausbleibender Niederschläge konnte in etlichen Regionen das Ausfallgetreide nicht keimen und dementsprechend vor der Aussaat des Winterrapses nur ungenügend beseitigt werden. Je nach Vorlage und Wirkung der bereits applizierten Bodenherbizide ist daher mindestens eine zusätzliche Graminizidmaßnahme einzuplanen.
Um den jungen Raps vor Konkurrenz durch Ausfallgetreide und Ungräser zu schützen, ist der richtige Anwendungszeitpunkt entscheidend. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Resistenzen bei Ackerfuchsschwanz und Weidelgras sollten die Maßnahmen für beste Wirkungsgrade optimal abgestimmt werden. Generell gilt, dass sich der Zeitpunkt der Gräserbekämpfung, im Rahmen der Zulassung, in erster Linie an der Entwicklung der Gräser orientieren. Damit die blattaktiven Wirkstoffe auf genügend Blattmasse treffen, müssen die Ungräser zwei bis drei Blätter gebildet haben. Sind die Ungräser zu groß, ist dagegen mit einer Minderwirkung zu rechnen.
Graminizidempfehlung gegen Ausfallgetreide (und Gräser)
Gegen Ausfallgetreide und Trespen empfiehlt sich der Einsatz von FOP-Graminiziden (z.B. Batalin, Trepach, Targa Super). Die Aufwandmenge der Produkte kann an die Größe der Ungräser sowie an die Art des Ausfallgetreides angepasst werden. Ausfallroggen und -weizen benötigen eine höhere Aufwandmenge als Ausfallgerste. Es ist jedoch dabei zu bedenken, dass eine Aufwandmengenreduktion die Wirkungsgeschwindigkeit verlangsamt. FOP’s können auch bei kühleren Bedingungen zum Einsatz kommen, die Wirkung kann sich jedoch verzögern. Erste Symptome an den Ungräsern können nach ca. vier Tagen sichtbar sein. Dies hängt u. a. auch vom gewählten FOP-Wirkstoff ab. Fluazifop-P (z.B. Phantom) wirkt unter gleichen Bedingungen etwas schneller als Propaquizafop (z.B. Agil S, Batalin). Am langsamsten wirkt Quizalofop-P (z.B. Targa Super, Panarex, Trepach).
Liegt der Schwerpunkt der Graminizidmaßnahme auf der Bekämpfung von Weidelgras und Ackerfuchsschwanz, sind DIM-Graminizide zu wählen (z.B. Select 240 EC + Radiamix, VextaDim 240 EC + Vexzone). Hierbei ist zu beachten, dass diese Produkte nur bis Ende September angewendet werden sollten, um Schäden am Raps zu vermeiden. Bei einer späteren Anwendung würde die Stoffwechselaktivität des Rapses, auch bei wüchsigen Bedingungen, aufgrund einer zu geringen Sonneneinstrahlung nicht mehr ausreichen, um die Wirkstoff-Metabolite von Clethodim abzubauen. Missbildungen der Rapspflanzen, die ggf. auch erst im Frühjahr sichtbar werden, sind eine mögliche Folge.
Um Wirkungsverluste zu reduzieren und einer weiteren Resistenzausprägung entgegenzuwirken, sind DIM’s immer in der vollen Aufwandmenge einzusetzen. Im Gegensatz zu FOP’s setzt die Wirkung bei DIM’s etwas später ein. Erste Symptome sind nach ca. 7 Tagen sichtbar.
Damit die Graminizide die besten Bedingungen für eine entsprechende Wirkung haben, sollten sie möglichst unter optimalen Bedingungen appliziert werden:
Anwendung auf taunasse Blätter bzw. bei hoher Luftfeuchtigkeit (ideal in den Morgenstunden)
Warme, wüchsige Temperaturen (> 10 °C) fördern die Wirkung
Ungräser sollten sich im 2- bis 4-Blatt-Stadium befinden
Spritzwasser bei Bedarf konditionieren (z. B. mit Spray Plus): kalkhaltiges Wasser und hohe pH-Werte können die Wirkungsleistung deutlich reduzieren
Zur Wirkungsverbesserung sollten die Graminizide mit einem Additiv ergänzt werden
Unsere Empfehlung ist das Additiv Exzellent-CS7, welches mit 0,2 l/ha für eine bessere Verteilung, Anhaftung und Wirkstoffaufnahme sorgt. In eigenen Versuchen haben wir abgetestet, wie der Wirkungsgrad verbessert werden konnte. So sorgte der Zusatz von Exzellent-CS7 zu VextaDim 240 EC 0,5 l/ha + 0,5 l/ha Vexzone für einen um 8 % verbesserten Wirkungsgrad (100 % statt 92 % WG) auf Weidelgräser.
In einem weiteren Versuch haben wir verschiedene Graminizide geprüft und konnten hierbei anschaulich nachweisen, dass der Einsatz von FOP-Präparaten keine zufriedenstellenden Wirkungsgrade gegen Weidelgras geliefert hat (siehe Bilder auf der folgenden Seite).
Das Wichtigste in Kürze
✅ Welche Graminizide eignen sich gegen Ausfallgetreide und Trespen?
Für die Bekämpfung von Ausfallgetreide und Trespen werden vor allem FOP-Graminizide empfohlen. Die Aufwandmenge sollte dabei an die Ungrasgröße sowie die Getreideart angepasst werden.
✅ Welche Mittel sind bei Weidelgras und Ackerfuchsschwanz die beste Wahl?
Bei Weidelgras und Ackerfuchsschwanz sollten DIM-Graminizide eingesetzt werden. Sie erzielen hier die zuverlässigeren Wirkungsgrade und helfen, Resistenzen gezielt entgegenzuwirken.
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