Situation SommergetreideSituation Sommergetreide

Wachstumsregler- / Fungizideinsatz im Getreide

Da es nach dem letzten Schnee über Ostern doch relativ schnell warm wurde, stehen im April viele Maßnahmen gleichzeitig an. Während teilweise jetzt noch Sommergetreide gedrillt wird, werden parallel im Wintergetreide zum Teil schon erste Wachstumsreglermaßnahmen gefahren.

Wachstumsregler und Fungizide in Gerste

Die Gerste befindet sich zur Zeit überwiegend im Stadium 27-29. Bleiben die Temperaturen so warm, wird sie wohl in ca. 7-10 Tagen anfangen zu schossen. Erste Einkürzungsmaßnahmen stehen in der Gerste im 1-Knoten-Stadium (BBCH 31-32) an. Da häufig schon Netzflecken und auch Mehltau auf den unteren Blättern zu finden sind, ist ein Zusatz eines Fungizides in reduzierten Aufwandmengen sinnvoll.

Empfehlung Wachstumsregler Wintergerste in BBCH 31-32:

  • 0,5 – 0,75 l/ha Medax Top + Turbo
  • 0,3 – 0,4 l/ha Modan/Calma
  • 0,2 l/ha Modan + 0,3 l/ha Medax Top
  • Bei warmem Wetter ist evtl. ein Zusatz von 0,3 l/ha Padawan Plus (480 g/l Ethephon) sinnvoll

Fungizide gegen Netzflecken, Rhynchosporium, Mehltau in BBCH 31-32:

  • 0,6 l/ha Input Classic
  • 0,8 l/ha Cirkon + 0,3 l/ha Zenit M

Wachstumsregler und Fungizide im Weizen

Der Winterweizen präsentiert sich sehr unterschiedlich. Früh gesäte, gut entwickelte Bestände stehen ebenfalls in BBCH 27-29. Es gibt aber auch genügend spätere, dünne Weizenbestände, die sich aufgrund der Tageslänge jetzt kaum noch bestocken werden. In diesen Beständen kann es sinnvoll sein, durch eine erste CCC-Maßnahme den Haupttrieb etwas zu bremsen und die Nebentriebe mit „glattzuziehen“.
Wenn der Stickstoff zu wirken beginnt, sind die jungen Triebe sehr mehltauanfällig. Gerade in der ersten Maßnahme ist es sinnvoll, einen Mehltauwirkstoff mit Stoppwirkung (Fenpropidin aus Zenit M) einzusetzen. Damit werden erste Pusteln ausgeräumt und die Dauerwirkung von protektiven Mitteln wie Talius oder Vegas unterstützt.


Empfehlung Wachstumsregler in späteren, dünnen Weizenbeständen:

  • 1,0 – 1,5 l/ha CCC
  • 0,4 l/ha Zenit M bei vorhandenem Mehltau


Gut entwickelte Weizenbestände in BBCH 30-31:

  • 1,0 – 2,0 l/ha CCC + 0,2 l/ha Moddevo/Modan

Empfehlung Fungizide im Weizen in BBCH 30-32:

Halmbruch, Septoria, Gelbrost, Mehltau:

  • 1,0 l/ha Input Classic + 0,25 l/ha Talius (aus Siltra Xpro Talius Pack)
  • 0,6 l/ha Proline + 0,2 l/ha Vegas + 0,4 l/ha Zenit M
  • 1,6 l/ha Capalo

Septoria tritici, Gelbrost, Mehltau:

  • 1,0 l/ha Cirkon + 0,4 l/ha Zenit M
  • 2,0 l/ha Eleando + 0,4 l/ha Zenit M

Das Kontaktfungizid Bravo gibt es nicht mehr, es ist im Weizen nur noch in Form von Amistar Opti/Zakeo Opti verfügbar. In der ersten Fungizidbehandlung sollten daher die Azolmengen nicht zu stark reduziert werden.

Tipps zur Mischbarkeit

  • Bei mehreren Komponenten immer zuerst die festen Formulierungen im Wasser gut auflösen
  • Zenit M immer zuletzt in die Spritze einfüllen
  • Mischungen möglichst direkt ausbringen, Standzeiten vermeiden.
  • Bei Mischungen aus mehreren Komponenten (Fungizid + Wachstumsregler + Blattdünger) kann es zu Trübungen oder Ausflockungen kommen. Blattdünger daher besser schon frühzeitig mit Herbiziden ausbringen und Fungizide möglichst nur mit Wachstumsreglern mischen.

Wachstumsregler und Fungizide im Roggen

Die Roggenbestände sind ähnlich weit entwickelt wie Gerste. Erste Einkürzungsmaßnahmen machen hier ebenfalls erst zum Beginn des Schossens Sinn, vorrangig im Stadium BBCH 31-32.

Empfehlung Wachstumsregler + Fungizide im Roggen:

  • 1,0 – 2,0 l/ha CCC + 0,2 l/ha Moddevo/Modan
  • 1,0 – 2,0 l/ha CCC + 0,5 l/ha Medax Top

Rhynchosporium, Mehltau Halmbruch:

  • 1,5 l/ha Capalo
  • 1,0 l/ha Input Classic

Folgende Grundsätze sind bei Mischungen zu beachten:

  • In kaltem Wasser lösen sich Pflanzenschutzmittel und Blattdünger schlechter als in warmen Wasser
  • Hohe Aufwandmengen Ethephon, Harnstoff, ATS oder SSA führen zu einem Absinken der Temperatur in der Spritzbrühe. (bei kalten Temperaturen sinkt der Sättigungsgrad für ein Pflanzenschutzmittel, es kann zu Ausflockungen kommen) Daher empfehlen wir Ethepon immer zuletzt in die Spritzbrühe zugeben.
  • AHL führt zum Anlösen der Wachsschicht – Vorsicht bei Kombination mit EC-Formulierungen
  • In hartem Wasser können Blattdünger zu Trübungen führen (Reaktion von Magnesium oder Calcium Kationen, die mit den Sulfaten reagieren können)
  • Mit steigenden Mengen an Mangansulfat oder Bittersalz sinkt der pH-Wert der Spritzbrühe
  • pH-Werte oberhalb des leicht sauren Bereichs (> 6,5) können zu einem beschleunigten Wirkstoffabbau führen. Gilt z.B. für Pyrethroide in Kombination mit Bor im Raps.
  • Ausnahme Sulfonylharnstoffe: pH-Wert oberhalb des neutralen Bereiches bevorzugt

Stand: 2018