Sikkation in Kartoffeln:
Kombinierte Pflanzenschutzmaßnahmen führen zum Erfolg

Eine erfolgreiche Ernte beginnt mit der Sikkation. Die Sikkation fördert eine gleichmäßige Abreife, verhindert die Virusabwanderung vom Kraut in die Knolle, erleichtert die Ernte, sowie die Entwicklung einer festen Schale, welche die Lagerfähigkeit deutlich erhöht. Die Krautabtötung vermeidet zusätzlich Übergrößen und Knollenverschmutzungen.      
Die Krautbeseitigung vor der Beerntung der Kartoffel kann chemisch, mechanisch und in Kombination durchgeführt werden. Für die Saison 2021 stehen die Sikkationsprodukte Shark® und Quickdown® zur Verfügung.



Shark® und Quickdown® als wirkungsvoller Pflanzenschutz

Shark® beinhaltet den Wirkstoff Carfentrazone. Die Formulierung von Shark® enthält bereits ein verestertes Pflanzenöl als Additiv. Shark hat eine hervorragende Wirkung auf Blatt und Stängel. Neu- und Wiederaustrieb werden deutlich vermindert und die Viruslast unterbunden.

Die Wirkungsweise vonShark® beruht auf der Unterbrechung des physiologischen Prozesses zur Bildung von Chlorophyll. Für eine optimale Wirkung sind dafür mehrere Stunden volles Tageslicht (ca. 5 Stunden) nach der Anwendung von Vorteil.

  1. Shark Shark
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    45,20 € / 1 l

 Die Anwendung von Shark® empfehlen wir wie folgt:

 Als rein chemische Maßnahme können Sie Shark® 1l/ha in Tankmischungen oder Spritzfolgen bis 14 Tage vor der Ernte anwenden. In Kombination mit einer mechanischen Maßnahme wird Shark® 1l/ha ein bis zwei Tage nach dem   Krautschlagen angewandt.

Shark® hat keine Einschränkungen und ist zur Sikkation in Pflanz-, Speise-, Stärke- und Verarbeitungskartoffeln zugelassen.

Behandlung mit mechanischer Maßnahme (Krautschlagen)
• beste Ergebnisse mit der Kombination schlegeln, nach 1 – 2 Tagen gefolgt von Shark® (*Auftragsversuche FMC in Deutschland (n=3 in 2019)

Behandlung ohne mechanische Maßnahme (Krautschlagen)
• Einmalbehandlung mit 1l/ha Shark® in abreifenden Beständen
• Spritzfolge mit 1l/ha Shark®

  1. Quickdown Kombipack Quickdown Kombipack
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 Die Anwendung von Quickdown® empfehlen wir wie folgt:

Quickdown® basiert auf dem Wirkstoff Pyraflufen-ethyl. Die Ausbringung mit dem Additiv Toil verbessert die Benetzung und die Wirkstoffaufnahme über die grünen Pflanzenteile entscheidend.

Quickdown® darf zweimal angewendet werden, ausgenommen sind Pflanzkartoffeln. Zulässig ist eine   Ausbringung ab beginnender Laubblattvergilbung (BBCH 91) bis 14 Tage vor der Ernte. Bei einer Doppelanwendung ist ein Abstand von vier besser sieben Tagen zu beachten. Für eine frühe Anwendung (vor BBCH 91) darf Quickdown® 1-2 Tage nach dem Krautschlagen eingesetzt werden.

Quickdown® kann zwei Mal in Spritzfolgen als rein chemische   Maßnahme bis 14 Tage vor der Ernte angewandt werden.  Eine Zugabe von 0,5 l/ha Ranman Top® schützt die Knollen   vor Phytophthora und erhöht als Nebeneffekt die   Sikkationsleistung.

Einsatz in unterschiedlich wüchsigen Beständen - Kartoffel in der Abreife

Shark® und Quickdown® können einmalig in schwach wüchsigen Beständen oder in Kartoffeln, die sich schon in der Abreife befinden, eingesetzt werden. Das Blattdach sollte dafür mindestens 70 - 80% geöffnet sein, alle Pflanzenteile können mit der Spritzbrühe benetzt werden und der Boden ist gut sichtbar.

Vor dem Einsatz in wüchsigen, grünen Beständen muss das Blätterdach geöffnet oder entfernt werden. Die Kombination aus mechanischen und chemischen Verfahren zur Krautminderung sind in diesen Fall sinnvoll und zielführend.



Mechanische Maßnahmen: wichtiger Baustein bei der Sikkation

Mechanische Pflanzenschutzmaßnahmen gewinnen vor dem Hintergrund der sinkenden Zahl an zur Verfügung stehenden chemischen Mitteln an Bedeutung – so auch bei der Sikkation. In Kartoffeln haben sich das klassische Krautschlagen, das Abflammen als thermische Maßnahme und die elektrophysikalische Krautminderung bewährt:

Durch den Einsatz des Krautschlägers kann die von den Erntemaschinen aufgenommene Krautmenge deutlich verringert werden. Beim Soloeinsatz des Krautschlägers entwickelt sich die Schalenfestigkeit der Knolle allerdings langsamer als bei anderen mechanischen Verfahren. Ebenso nachteilig ist das Risiko des Wiederaustriebes und der möglichen Übertragung von Bakterien. In Kombination mit chemischen Maßnahmen erzielt das Krautschlagen jedoch sehr gute Ergebnisse.

Das Abflammen, die thermische Krautminderung, hat sich besonders im Ökolandbau etabliert. Energieträger ist Gas, das entweder über Brenner mit offener Flamme oder per Infrarotstrahler in Wärme umgesetzt wird, die die Pflanzenzellen schädigt, die Pflanze aber nicht verbrennt. Das Abflammen kann durch die individuelle Einstellung von Fahrgeschwindigkeit und Höhe des Abflammgerätes in der jeweils passenden Intensität durchgeführt werden.

Bei der elektrophysikalischen Krautminderung werden die Pflanzenzellen mit Hochspannung auf Gleichstrombasis oder mit hochfrequentem Wechselstrom durchströmt. Das führt in der Folge zum Austrocknen der erfassten Pflanzen. Auch hier muss die Behandlungsintensität genau auf den jeweiligen Bestand und die Einsatzbedingungen abgestimmt sein.



Mit kombinieten Maßnahmen zum Erfolg

Die beste Wirkung wird mit der Kombination von chemischen und mechanischen Maßnahmen erzielt: Sobald das Kraut abgetrocknet ist, also ein bis drei Tage nach der mechanischen Krautbehandlung, erfolgt der Einsatz der Sikkationsmittel. Dafür sollten die Stängel der Kartoffeln noch etwa 20 bis 25 cm lang sein, um eine ausreichende Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten. In Versuchen wurde bereits die gute Wirkung von Shark® und Quickdown® bei der Reduzierung des Wiederaustriebes belegt.        

Einer erfolgreichen Ernte qualitativ hochwertiger Kartoffeln steht also nichts mehr im Weg.

Stand: 2021
Fachbeitrag von Cheminova