Situation SommergetreideSituation Sommergetreide

Herbizide im Getreide

Eine ordentliche Sommergare und die relativ zeitige Ernte in diesem Jahr haben auf den Ackerflächen gute Bedingungen für die Bodenbearbeitung geschaffen. In vielen Fällen konnte bereits eine Scheinbestellung (Saatbettbereitung ca. 2-3 Wochen vor der Aussaat) zu Wintergetreide durchgeführt werden. Mit den
angekündigten Niederschlägen in der nächsten Woche sollten dann Ungräser, vor allem Ackerfuchsschwanz auflaufen, die dann kurz vor der Aussaat des Getreides mit einem Glyphosat-Produkt (beispielsweise 3,0–4,0 l/ha Helosate 450 TF, bis 4 Tage vor der Saat) bekämpft werden können. Dieser sinnvolle Einsatz von Glyphosat in der Fruchtfolge entlastet die Bodenherbizide im Herbst, wenn die anschließende Aussaat möglichst ohne nochmalige Bodenbewegung durchgeführt wird. Die Wahl des Aussaattermins ist gerade bei Ackerfuchsschwanz von Bedeutung. Auch wenn die Erinnerung an den nassen Herbst im vergangenen Jahr dazu verleiten mag, bereits ab dem 10. September Weizen zu drillen, so hat sich doch in den letzten Jahren inzwischen bestätigt, dass eine Verschiebung des Aussaattermins für Getreide in den Oktober einen positiven Effekt auf die Verminderung des Ackerfuchsschwanzbesatzes auf der Fläche hat.

Um Wirkung und Verträglichkeit zu optimieren, ist folgendes bei der Anwendung zu beachten:
Die Verträglichkeit der Bodenherbizide im Getreide kann verbessert werden, wenn das Saatkorn bei der Anwendung der Herbizide mindestens 2,5 cm mit Erde bedeckt ist, auf leichten Böden 3 cm. Wenn es die Bedingungen zulassen, ist Walzen nach der Saat eine sehr gute Maßnahme, um Kluten zu brechen und damit die Voraussetzungen für die Wirkung der nachfolgenden Herbizidanwendung zu optimieren. Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend für die Wirkung der Herbizide. Sind diese Bedingungen nach der Aussaat gegeben, ist eine Vorauflaufbehandlung wegen der besseren Wirkungsgrade vorzuziehen.

Empfehlung für Standorte mit Windhalm, inkl. Ausfallraps, Kornblume:

  • 0,8 – 1,0 l/ha Bacara Forte (bei Klette 1,0 l/ha) + 20 g/ha Pointer SX (NW 605: 90% = ländersp.; NW 701: Randstr. Hangn. 10m; NT 102; NW 800)
  • oder 0,3 – 0,4 l/ha Herold SC + 20 g/ha Pointer SX (NW 607: 90% =15m; NW 706: Randstr. Hangn. 20m; NT 103)
  • oder 2,0 – 2,5 l/ha Malibu + 20 g/ha Pointer SX (NW 605: 90% = 5m; Pendimathalin Auflagen: NT 145, NT 146, NT 170; NW 701: Randstr. Hangn. 10m)

Empfehlung für leichtere Böden mit geringem Druck an Ungräsern und Unkräutern:

  • 2,0 l/ha Trinity (bei schwachem Windhalmbesatz) (NW 607: 90% = 5m; NW 706: Randstr. Hangn. 20m; NW 800, NG 337: kein weiteres CTL-Produkt auf der Fläche)
  • oder 0,2 l/ha Diflanil (nur Gerste und Weizen) + 2,0 l/ha Lentipur 700 (Chlortoluron) (NW 607: 90% =10m; NG 405: nicht auf drain. Flächen, nur Gerste u. Weizen (Sortentoleranz beachten); Randstr. Hangn. 20m; NT 108)

Achtung: Chlortoluronverträglichkeit der Weizensorten beachten!

Empfehlung für Standorte mit Ackerfuchsschwanz:

  • 0,75 l/ha Bacara Forte + 0,3 l/ha Cadou SC (im Cadou Forte Set) (NW 605: 90% = ländersp.; NW 701: Randstr. Hangn. 10m; NT 102; NW 800)
  • oder 0,6 l/ha Herold SC (NW 607: 90% =5m; NW 706: Randstr. Hangn. 20m; NT 102)
  • oder 0,3 l/ha Herold SC + 2,0 l/ha Malibu (NW 605: 90% = 5m; Pendimathalin Auflagen: NT 145, NT 146, NT 170; NW 701: Randstr. Hangn. 10m)
  • Zusätzlich 2,0-3,0 l/ha Boxer (NW 605: 90% = ländersp.; Prosulfocarb Auflagen) als Zusatz zu den Bodenherbiziden bei schwer bekämpfbarem Ackerfuchsschwanz fördert deren Aufnahme und Wirkung und trägt zur Resistenzvorsorge bei. 

Stand: 2018