Bestandesführung in der Wintergerste

Die ersten Kürzungsmaßnahmen in der Wintergerste sind in den meisten Fällen vor ca. einer Woche durchgeführt worden. Grundsätzlich sollte der Abstand zwischen der ersten Maßnahme in BBCH 31/32 und der Anschlussmaßnahme in BBCH 37/39 bei ca. 8-10 Tagen liegen. Wenn der Abstand zwischen den Spritzungen zu lang ist, neigt die Gerste dazu, sich schnell wieder „auszuwachsen“ und es kann zu Halmknicken kommen. Nach der ersten Einkürzung war es im April allerdings sehr kalt, so dass die Gerste nicht so schnell gewachsen ist. Somit stellt sich jetzt die Frage, wann die Anschlusskürzung ansteht.

Gerste in BBCH 31 - kurz vor der ersten Kürzung

links: F-1 (bereits sichtbar)
mitte: Fahnenblatt (noch nicht sichtbar)
rechts: 1. und 2. Knoten

Wie auf den Fotos oben zu sehen, ist das Blatt F-1 jetzt am Schieben, das Fahnenblatt ist noch nicht sichtbar, die Gerste ist in BBCH 32. Hier würde man eher noch ein paar Tage mit der Anschlusskürzung warten. Bei den kühlen Bedingungen kann der Abstand zwischen den Spritzungen wie in diesem Fall auf ca. 10 -12 (max. 14) Tage gestreckt werden. Wenn das Fahnenblatt jetzt bereits schiebt, kann die Anschlusskürzung jetzt erfolgen.

Auch wenn die Wintergerste jetzt wegen der kühlen Witterung noch nicht so hoch ist, sollten die Aufwandmengen bei der zweiten Kürzung nicht reduziert werden. Für Anfang Mai sind Niederschläge vorhergesagt, es wird dann wohl auch etwas wärmer und die Gerste wird dann auch wachsen wollen.

Unsere Produktempfehlungen für die zweite Kürzung in der Wintergerste in BBCH 33/37:

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  • Wirkstoff:
    222 g/l Trinexapac
  • Aufwandmenge:
    Wir empfehlen Ihnen eine Aufwandmenge von 0,3 - 0,4 l/ha.
  1. Medax Top + Turbo Medax Top + Turbo
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   Medax Top + Turbo

  • Wirkstoff:
    50 g/l Prohexadion-Calcium
    300 g/l Mepiquatchlorid
  • Aufwandmenge:
    Wir empfehlen Ihnen eine Aufwandmenge von 0,5 - 0,75 l/ha.

Bei warmen Temperaturen von über 15°C sollte jetzt ca. 0,25 l/ha Padawan Plus (480 g/l Ethephon) zugefügt werden. Der Zusatz von Ethephon kann das Halmknicken vermindern. (Hinweis: Ethephon immer zuletzt in die Spritzbrühe hinzufügen)

Die Aufwandmengen sind abhängig vom Standort und von der Lagerneigung der Sorten.

Einsatz von Fungiziden

In einigen Gerstensorten hat seit ca. einer Woche der Befall mit Rhynchosporium zugenommen. Der Befall beginnt meist nesterweise im Bestand und breitet sich dann aus. Wenn bereits auf den oberen Blättern Befall vorhanden ist, sollte jetzt noch ein Fungizid eingesetzt werden. Mit z.B. 0,5 l/ha Aurelia (Prothioconazol) oder 0,5 l/ha Input Classic kann die Wirkung bis zur Abschlussbehandlung im Pinseln der Gerste abgesichert werden.

Ebenfalls fallen in vielen Sorten unspezifische Blattflecken in der Gerste auf, die nicht parasitären Ursprungs sind. Diese sogenannten PLS Flecken entstehen unter Stressbedingungen, wie die Frostnächte verbunden mit der starken Sonneneinstrahlung am Tag in den letzten 1-2 Wochen. Fungizide mit stressphysiologischer Aktivität wie Azole oder Strobilurine können die Ausbreitung dieser Stressflecken mindern. So hat z.B. Input Classic eine Zulassung zur Minderung nichtparasitärer Blattflecken in Wintergerste. 

Rhynchosporium Blattflecken

PLS Flecken Gerste

Unsere Produktempfehlung zur Zwischenbehandlung in der Gerste in BBCH 33/37:

Bei Rhynchosporium Blattflecken & PLS Blattflecken:

  1. Input Classic Input Classic
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   Input Classic

  • Wirkstoff:
    160 g/l Prothioconazol
    300 g/l Spiroxamine
  • Aufwandmenge:
    Wir empfehlen Ihnen eine Aufwandmenge von 0,5 l/ha.
  • Auflagen:
    NW 607: 90%=15m, NW 706
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   Aurelia

  • Wirkstoff:
    250 g/l Prothioconazol
  • Aufwandmenge:
    Wir empfehlen Ihnen eine Aufwandmenge von 0,5 l/ha.

Unsere Produktempfehlungen:

Stand: 2021