Abschlussbehandlung im Winterweizen

Der Winterweizen hat sich in der vergangenen Woche zügig entwickelt, viele Bestände befinden sich bereits im Ährenschieben. In Kürze steht daher die Entscheidung über die Abschlussbehandlung im Weizen und auch in der Triticale an.
Die Abschlussbehandlung mit Fungiziden richtet sich neben dem Befallsrisiko durch Braunrost, Septoria nodorum und DTR vor allem an Fusarium aus. Fusarium culmorum und Fusarium graminearum als Mycotoxinbilnder infizieren die Weizenähre während der Blüte. Da einige Sorten bereits kurz nach Beginn des Ährenschiebens blühen, ist die Witterung während dieser Phase genau zu beobachten. Auch Triticale ist durch Fusarium gefährdet. Anders als beim Weizen blüht Triticale jedoch erst, nachdem die Ähre geschoben ist.
Neben den Witterungsbedingungen in der Blüte (> 20 °C und hohe Luftfeuchtigkeit) ist die Infektionsgefahr abhängig von der Sorte und der Vorfrucht. Weizen nach Weizen oder Weizen nach Mais ist besonders gefährdet, ebenso pfluglos bestellter Weizen mit unzureichender Stoppelbearbeitung.

Sorteneinstufungen nach BSA Fusariumanfälligkeit


BSA 6: z.B. Alexander, Inspiration, KWS Maddox, Smaragd, Tobak, Reflection, Torp
BSA 5: z.B. Benchmark, Boregar, Campesiono, Chevignon, Desamo, Informer, Julius, Kashmir, KWS Fontas, KWS Talent, Linus, Nordkap, Ponticus, RGT Depot

Es ist davon auszugehen, dass selbst fusariumbetonte Fungizidbehandlungen nur maximale Wirkungsgrade von 50 - 70% erreichen können. Daher ist es entscheidend, den Behandlungszeitpunkt möglichst nahe an die Infektion zu setzen, das heißt in die Blüte des Weizens bei Temperaturen > 20°C und feucht-warmer Witterung.

Empfehlungen zur Abschlussbehandlung im Weizen


Hohes Fusariumrisiko
(Triticale oder Weizen nach Mais, hoch anfällige Sorten (BSA Note 6-7))
1,0 l/ha Ampera (NW 605: 90% = *, NW 701) + 1,5 l/ha Osiris (NW 605: 75% = *, NW 701)
Oder 2,5 l/ha Osiris (NW 605: 75% = *, NW 701)
Oder 1,0 l/ha Sympara / Prosaro (NW 605: 90% = *)
Oder 0,5 l/ha Proline (NW 605: 75% = *, NW 701) + 0,7 l/ha Orius (NW 605: 90% = *, NW 701)

Mittleres Fusariumrisko, Braunrost
(Weizen nach Blattfrucht, mittlere Anfälligkeit, BSA Note 5)
1,5 l/ha Ampera (NW 605: 90% = *, NW 701)
Oder 2,0 l/ha Osiris (NW 605: 75% = *, NW 701)

Rostanfällige Sorten, geringes Fusariumrisiko
(z.B. Faustus, LG Initial, Patras, Opal u.a.)
1,0 l/ha Ampera (NW 605: 90% = *, NW 701)
Oder 1,5 l/ha Osiris (NW 605: 75% = *, NW 701)
Oder 0,8 l/ha Magnello (NW 605: 75% = *)
(Magnello zur besseren Verträglichkeit erst einsetzen, wenn die Ähre voll geschoben ist)

Zusammen mit der Abschlussbehandlung im Weizen besteht die Möglichkeit, die Proteinbildung durch eine Blattdüngung mit Schwefel und Stickstoff zu unterstützen. Schwefel wird während der Kornfüllung gebraucht und spielt eine wichtige Rolle bei der Stickstoffverwertung. Vor allem unter trockenen Bedingungen kann es zur verminderten Schwefel-Aufnahme aus dem Boden kommen.

Stand: 2020

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